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[Rezension] Wladimir: Die ganze Wahrheit über Putin – Stanislaw Belkowski

9783868814842

Titel: Wladimir – Die ganze Wahrheit über Putin

Autor: Stanislaw Belkowski

Genre: Sachbuch

Verlag: Redline; Dezember 2013

Format: Hardcover, 365 Seiten

Preis: 19.99 €

Inhalt

Wer ist Putin wirklich? Er inszeniert sich als Angler mit gestähltem Oberkörper, als Taucher, Pilot, Macho und Frauenheld – doch obwohl es mittlerweile Dutzende Bücher und Tausende Artikel über den Staatschef Wladimir Putin gibt, bleibt die Person hinter dem Amt seltsam unklar. Ist er tatsächlich der russische »Übervater«? Der Staatserneuerer, der das Tor zu einer leuchtenden Zukunft aufgestoßen hat? Oder doch eher der »Kremltyrann«, der im Begriff ist, die junge russische Demokratie zu zerstören?

meinung

Kurzer Exkurs: Momentan studiere ich im 4. Semester an einer deutschen Hochschule und habe aufgehört zu zählen, wie oft man uns belehrt hat, dass jedes noch so kleine Zitat, ja sogar jede Behauptung die man aufstellt, in irgendeiner Weise belegbar sein und nachgewiesen werden muss.

Warum schreibe ich das? Nun, wäre der Autor mit diesem Buch, sagen wir mal als Hausarbeit im Fach Politikwissenschaft, zu seinem Dozenten marschiert, hätte dieser ihn wohl gnadenlos durchfallen lassen mit der einfachen Begründung: keine Quellen, sind sie verrückt? Stanislaw Belkowski zieht sein gigantisches „Enthüllungsbuch“ mit großem Tamtam auf und behauptet, dass uns nach dem Lesen die Augen geöffnet sein werden, über diese nahezu mystische Gestalt Wladimir Putin. Über besagten Herrn Putin kann man ja denken was man will und ich sehe es grundsätzlich auch nicht als Problem an, dass ein Mann, der sich öffentlich als Kritiker bezeichnet, ein Sachbuch über ihn schreibt, aber ich sehe es als ganz großes Problem, dass sämtliche „Thesen“ und auch die Fakten absolut jeder Grundlage entbehren und nicht einmal ansatzweise nachprüfbar sind, beispielsweise mit einem Literaturverzeichnis oder ähnlichem. Sicherlich hat Belkowskis eigener Standpunkt zu Putin hier eine Menge dazu beigetragen, dass die „Fakten“ allesamt ins Negative gehen und wie schon gesagt, warum sollten Kritiker keine Bücher schreiben dürfen, aber ein wenig mehr SACHlichkeit hätte ich mir von einem SACHbuch dann doch gewünscht. Mal davon abgesehen, dass mir der Inhalt seltsam aufgeblasen vorkommt, indem nach so ziemlich jedem zweiten Satz ein Absatz eingefügt wurde.

Hätten wir hier ein paar hieb – und stichfeste Quellen, dann hätte dieses Buch sicherlich Potential zum Kassenschlager und zur Enthüllungssensation, aber so leidet es an seiner enormen Unsachlichkeit und dem Fehlen jeglicher Nachweise für die aufgestellten Behauptungen.

bewertungDas Potential ist sicherlich da, aber von einem Sachbuch erwarte ich, dass ich nachvollziehen kann von was der Autor spricht und dazu bedarf es wenigstens ein paar guter Quellen und nicht nur der Behauptung diese zu besitzen.  Leider absolut nicht zu empfehlen.

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