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[Rezension] Phoenix: Unsere Rache wird euch treffen – Matthias Jösch

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Titel: Phoenix – Unsere Rache wird euch treffen

Autor: Matthias Jösch

Genre: Thriller

Format: eBook, 557 Seiten

Verlag: dotbooks; Januar 2015

Preis: 5.99 €

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Inhalt

In Feuer, Schutt und Asche ist das dritte Reich untergegangen – doch noch immer träumen Fanatiker davon, es in blutigem Glanz auferstehen zu lassen. Eine junge Mossad-Agentin findet Hinweise auf eine schier unglaubliche Verschwörung und beginnt zu ermitteln. Von all dem ahnt der Mathematikdozent und BND-Mitarbeiter Adrian von Zollern nichts, als er in einem holländischen Antiquariat eine harmlos aussehende Kiste mit alten deutschen Schallplatten entdeckt. Doch schon kurze Zeit später muss er um sein Leben kämpfen – und gegen eine mächtige Organisation, die vor nichts zurückschreckt, um die Welt zu unterwerfen.

meinung

Adrian von Zollern bekommt es in seinem zweiten Fall mit dem Schrecken der Geschichte zu tun, der doch viel realer und lebendinger ist als ihm lieb sein kann. Ich möchte gar nicht großartig eine Inhaltsbeschreibung geben, denn in diesem Thriller wartet auf so ziemlich jeder Seite eine Wendung und da wäre jedes Wort schon zu viel verraten.

Von Matthias Jösch gibt es bereits einen rasanten Verschwörungsthriller mit Adrian von Zollern und das merkt man „Phoenix“ doch recht deutlich an. Obwohl die zwei Bücher inhaltlich komplett voneinander getrennt sind, kommt es doch recht häufig zu Anspielungen auf den ersten Fall, besonders im Bereich der Beziehungen. Es hat mich nicht gestört, denn man kann das Buch auch wunderbar ohne die ohnehin etwas erzwungen wirkende Beziehungskiste zwischen Adrian und seinen Freunden lesen. Ich glaube allerdings, dass es dem Leser dadurch sehr schwer fällt, eine Bindung zu den Charakteren aufzubauen und ihre Verhaltensweisen zu verstehen, deshalb wäre es wohl wirklich besser, man liest „Mammon“ zuerst.

Wie oben schon erwähnt, hat es dieses Buch wirklich in sich. Es sind gut und gerne 500 Seiten auf denen mehr Action passiert wie in einem zweistündigen Blockbuster-Film. Man braucht sich gar nicht auf eine Verschnaufpause einzustellen, denn man wird schon vom Prolog angefixt und muss wissen, wie die verschiedenen Handlungsstränge zusammenlaufen. Da gibt es einmal die rasante Action in der Gegenwart und dann noch einen Erzählstrang der tagebuchartig aus der Vergangenheit berichtet. Wie das alles zusammenhängt erfährt man erst irgendwann im letzten Drittel, aber auch danach bleibt es spannend.

Leider ist diese Rasanz auch das größte Problem des Buches und der Grund, weshalb ich nur drei Punkte gebe. Es driftet nämlich an sehr vielen Stellen ins Unglaubwürdige ab. Zum einen liegt das daran, dass man sich gar nicht an irgendwelche Personen gewöhnen sollte, denn es kommt schon mal vor, dass sie zwei Seiten später tot sind. Viele Drehungen und Wendungen wirken doch etwas an den Haaren herbeigezogen und ich fand das Ende leider auch völlig unglaubwürdig. Gut, es handelt sich natürlich um einen Verschwörungsthriller und das darf schon mal abgefahren sein, aber das so klischeehaft und stereotypisch benutzte Verhältnis von Gut vs. Böse lässt einen im Prinzip schon von Anfang an ahnen wo das hinführen wird, mal abgesehen von ein paar wirklich haaresträubenden Wendungen.

bewertung

Insgesamt habe ich mich gut unterhalten gefühlt und konnte das Buch schlecht weglegen. Spannung ist definitiv jede Menge vorhanden, aber die teils sehr konstruierten Wendungen und die unglaublich vielen Klischees haben mir doch das Vergnügen am Buch ein wenig getrübt.

Gute 3 Punkte

3 kühe

Vielen Dank an Blogg Dein Buch und dotbooks für das Rezensionsexemplar!

[Rezension] Die Begabte – Trudi Canavan

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Titel: Die Begabte

Reihe: Die Magie der tausend Welten #1

Autorin: Trudi Canavan

Genre: Fantasy

Format: Hardcover, 672 Seiten

Verlag: Penhaligon; November 2014

Preis: 19.99 €

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Inhalt

Der junge Archäologe Tyen entdeckt ein magisches Buch, in dem seit vielen Jahrhunderten das Bewusstsein einer Frau gefangen ist: Pergama war einst eine talentierte Buchbinderin, bis ein mächtiger Magier sie mit einem Zauber belegte und dazu verfluchte, für alle Zeit das Wissen der Welt in sich aufzunehmen. Und so weiß Pergama, dass Tyens Heimat und allen, die ihm am Herzen liegen, eine schreckliche Katastrophe droht. Allerdings kann sie Tyen nur helfen, wenn es ihm gelingt, den Fluch des Buches zu brechen. Und tatsächlich hat Tyen keinen dringlicheren Wunsch, als Pergama zu befreien – der längst seine Liebe gehört.

meinung

Ein sprechendes Buch?!

Trudi Canavan ist bekannt dafür, den Leser in magische Welten zu entführen und daher kommt es mir nicht seltsam vor, dass wir gleich auf den ersten Seiten mit einem sprechenden Buch konfrontiert werden. Der junge Archäologe Tyen findet das gute Stück – das ursprünglich mal eine Frau namens Pergama war – während einer Ausgrabung und ab da findet er sich nur noch in problematischen Situationen wieder. Die Vorstellung, dass das „Buch“ mal ein Mensch war und dementsprechend aus Haut, Haaren und ähnlichem besteht…ich könnte mir vorstellen, dass das den ein oder anderen zart besaiteten Leser etwas abstößt, aber wie Trudi Canavan die Idee mit dem sprechenden und denkendem Buch umgesetzt hat, ist einfach klasse und wahrscheinlich haben wir uns insgeheim alle schon mal gewünscht, so was zu besitzen.

Eine wahre Achterbahnfahrt

Der erste Band der neuen Trilogie hat zwei tragende Protagonisten, die jeweils in mehreren großen Abschnitten ihren Auftritt haben. Dass das eigentlich für viel Spannung und Abwechslung sorgt, auch wenn die Handlungen auf den ersten Blick überhaupt nicht zusammenpassen, verstehe ich vollkommen und es wäre auch der Fall, wenn Tyen und Rielle nicht so unglaublich unterschiedlich wären. Klar, die beiden Protagonisten leben in verschiedenen Welten und sind zwei grundverschiedene Charaktere, aber ich empfand Rielles Geschichte durchweg als viel langatmiger und sie als Person viel unsympathischer als Tyen. So ergab es sich für mich, dass ich Tyens spannende Abschnitte förmlich eingeatmet habe, nur um dann von Rielles Abschnitten einen Dämpfer zu kriegen und langsam in der Geschichte voran zu kriechen. Das ging sogar so weit, dass ich kurz ans Abbrechen gedacht habe, weil mich ihre Geschichte so gar nicht reizt. Ich hoffe, dass die Autorin im nächsten Teil noch ein paar spannendere Elemente in ihre Geschichte bringt, denn schließlich sollen die Handlungsstränge ja irgendwann mal zusammen laufen.

Interessanter Weise habe ich dazu viele unterschiedliche Meinungen gehört. Einige sehen das genau so wie ich und anderen ist Tyens Teil der Geschichte negativ im Gedächtnis geblieben. Daran erkennt man, wie grundsätzlich verschieden die beiden Geschichten sind und welche Lesergruppen sie wohl mehr ansprechen!

Einfach magisch

Die größte Stärke des Buches liegt ganz klar in der erschaffenen magischen Welt, auch wenn es eigentlich mehrere sind. Das Buch strotzt nur so vor fantastischer Atmosphäre und verliebten Details. Das alles macht es dem Leser sehr einfach, voll und ganz im Buch abzutauchen und sich in der magischen Welt des Buches zu verlieren. Oft ist es ja so, dass „neue“ Fantasy-Welten unheimlich kompliziert und verstrickt sind, ich fand aber, dass hier alles sehr logisch und verständlich aufgebaut ist, obwohl es einige Dinge gibt, über die ich gerne noch etwas mehr Hintergründe erfahren hätte. Aber es handelt sich ja auch um einen ersten Band, die beiden folgenden Bände haben da noch Luft nach oben.

bewertung

Im Großen und Ganzen hat mir der Auftakt gut gefallen, die Welt ist spannend und die Rahmenhandlung motiviert ganz klar zum Weiterlesen. Was mich aber enorm gestört hat, ist die – für meinen Geschmack – unterschiedliche Qualität der beiden Handlungsstränge, wobei mir Rielles Teil das Lesen teils wirklich vermiest hat. Ich hoffe, dass sich da noch etwas tut!

3 Punkte

3 kühe

Danke an RandomHouse / Penhaligon für das Rezensionsexemplar!

[Rezension] Scheinwelt – Michael Linnemann

Michael Linnemann - Scheinwelt

Titel: Scheinwelt

Autor: Michael Linnemann

Genre: Thriller

Format: eBook, ca. 294 Seiten

Verlag: Amazon Publishing; Feburar 2015

Preis: 4.99 €

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Inhalt

Als einer ihrer Kollegen entführt wird, nehmen die junge BKA-Beamtin Jennifer Dachs und ihr neuer Partner Arnold Schleiser sofort die Ermittlungen auf. Sie finden heraus, dass ihr Kollege als Druckmittel dienen soll. Der Entführer will sie dazu zwingen, ihm eine bestimmte Information zu beschaffen. Dazu müssen die beiden einen verurteilten Mörder verhören, der jedoch nicht im Traum daran denkt, mit ihnen zu kooperieren. Um das Leben ihres Kollegen dennoch zu retten, wendet Jennifer fragwürdige Methoden an, die ihr selbst schnell das Genick brechen könnten …

meinung

Man kann hier ja niemandem trauen!

Zum Inhalt will ich gar nichts weiter verraten, denn wir bekommen es mit einem Buch zu tun, in dem sich selbst auf fünf Seiten zwei Mal der Wind drehen kann und da ist ja schon das kleinste Detail ein Spoiler! Aber gut, Jennifer Dachs und ihr Partner Arnold Schleiser machen sich auf die Suche nach dem Halunken, der ihren Kollegen entführt hat und nun mit bestialischen Foltermethoden droht, sollten sie nicht ein längst vergessenes Verbrechen zu seinen Gunsten aufklären. Die beiden verstricken sich innerhalb kürzester Zeit in ein haaresträubendes Spiel gegen die Zeit und tappen von einer Intrige und bösen Überraschung in die nächste. Obwohl es immer wieder zu neuen Wendungen kommt, ist das Tempo eher gemächlich und es gab nur wenige Momente, die mich wirklich richtig gepackt haben. Die Ermittlungsarbeit fand ich logisch und spannend, immer wieder wurde ich dazu angeregt auch selber nachzudenken.

Wie Feuer und Wasser

Die beiden Ermittler, die wir als Leser die ganze Geschichte über begleiten, könnten unterschiedlicher nicht sein. Auf der einen Seite steht da Jennifer, die junge dynamische Polizistin, die mit besonders viel Eifer an die Sache geht und die sympathische Rolle übernimmt und auf der anderen Seite steht Arnold, den man als Leser gleich in die „mürrischer Unsympath“ – Ecke stellt. Genau diese Kombination aus Good Cop und Bad Cop (na gut, so ähnlich) kennt man als Fan des Genres aus zahllosen anderen Büchern, aber sie funktioniert einfach ganz gut, da man neben dem eigentlichen Plot dadurch auch immer noch eins zweites spannungsgeladenes Element mit dabei hat, was aber auch bei Übertreibung sehr schnell nerven kann. Die beiden Protagonisten sind für mich persönlich aber alle beide keine hundertprozentigen Sympathieträger und ich habe mich generell schwer getan, mich mit ihnen anzufreunden. Das mag an ihrem Charakter liegen, das kann aber auch daran liegen, dass ich sie als etwas blass und austauschbar empfand.

Und der Mörder ist…

Sehr lange war ich der Meinung, ich würde definitiv schon wissen, was am Ende passiert und war fast ein wenig enttäuscht davon, als nach gut 2/3 des Buches die Lösung schon förmlich auf dem Tisch lag. Umso mehr hat mich der Autor mit dem Ende überrascht, denn da ist ihm wirklich ein raffinierter Twist gelungen den ich so nicht erwartet hätte und der meine anfängliche Enttäuschung über das offensichtliche Ende beseitigt hat. Ob man das jetzt glaubwürdig findet oder nicht, das ist jedem selber überlassen, ich fand die Idee frisch und gut gemacht.

Nichts für Adrenalinjunkies

Im Großen und Ganzen fand ich das Buch sehr leicht und fluffig zu lesen. Man benötigt auch nicht enorm viel Aufmerksamkeit um den vielen Handlungssprüngen folgen zu können, was das Buch optimal für einen entspannenden aber unterhaltsamen Abend auf der Couch macht. Den Spannungsbogen fand ich für meinen Geschmack etwas lang gezogen, auch wenn es immer wieder zu Drehungen und Wendungen kommt, aber auch ein gemächlicher Thriller kann sehr unterhaltsam sein wenn er trotz langsamen Tempo spannend gemacht ist und das ist bei „Scheinwelt“ definitiv der Fall.

bewertung

„Scheinwelt“ ist ein gemächlicher, logischer Thriller der mich gut unterhalten hat. Irgendwie hat mir aber an manchen Stellen einfach der „gewisse Reiz“ gefehlt und auch mit den Charakteren wollte ich einfach nicht so recht warm werden.

Gute 3 Punkte

3 kühe

[Rezension] Rock War #1 – Robert Muchamore

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Titel: Rock War #1 – Unter Storm

Autor: Robert Muchamore

Reihe: Rock War #1

Genre: Jugendbuch

Format: broschiert, 380 Seiten

Verlag: cbt; September 2014

Preis: 12.99 €

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InhaltJay spielt Gitarre und schreibt Songs – doch seine Großfamilie und ein miserabler Drummer verhindern seinen größten Traum: Rockstar zu werden. Summer hat für kaum etwas anderes Zeit, als ihre schwerkranke Großmutter zu pflegen. Doch Summers Stimme ist dazu gemacht, Millionen zu begeistern – wenn ihr Lampenfieber es zulässt. Dylan liebt nichts mehr als das Nichtstun. Erst als der Rugby-Coach seiner Schule droht, ihn auf dem Rasen zu atomisieren, tritt Dylan widerstrebend einer Band bei – und entdeckt sein Talent. Alle drei stehen kurz vor dem größten Wettkampf ihres Lebens. Und sie spielen um alles.

meinungEigentlich bin ich ja aus der „Zielgruppe“ schon längst entwachsen, aber ab und zu lese ich halt doch gerne mal ein Jugendbuch. Leider hat das aber in letzter Zeit schwer nachgelassen, denn die ewig gleichen Geschichten und austauschbaren Charaktere gingen mir nur noch auf die Nerven anstatt mich zu unterhalten. Daher hat es mich sehr gefreut, dass mit dem ersten Band der Rock War Reihe mal eine ganz andere Idee aufgegriffen wird.

Zum Inhalt will ich mich nicht mehr groß äußern, denn man verrät auch schon zu viel, wenn man etwas näher darauf eingeht. Robert Muchamore legt in seinem Buch den Hauptaugenmerk auf drei Jugendliche, die eine ganz besondere Beziehung zur Musik haben. Dabei sind sie entweder schon voll in ihrem Element oder müssen diese Verbindung erst entdecken. Die Drei könnten unterschiedlicher nicht sein, egal ob vom Charakter her oder aus welchen Verhältnissen sie stammen, nur der Wunsch nach der großen Karriere auf der Bühne verbindet sie. Dementsprechend wird die Geschichte auch aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, was ich eigentlich ganz schön fand, denn so bekommt man nicht nur einen Einblick in diese drei so verschiedenen Leben, sondern so wird auch stetig die Spannung auf einem gewissen Niveau gehalten. Leider ist es so, dass diese drei Handlungsstränge manchmal sehr zusammenhangslos wirken und am Ende gar nicht wirklich zusammengeführt werden. Hieran merkt man sehr deutlich, dass es sich um den ersten Band einer Reihe handelt, in dem der Grundstein für weitere Bände gelegt wird.

Die drei Jugendlichen wirkten auf mich manchmal ein wenig unreif bzw. unglaubwürdig in Hinblick auf gewisse Situationen. Besonders Jay empfand ich oft viel zu „reif“ für sein Alter, wohingegen er dann in anderen Situationen wieder wie ein kleines Kind wirkte. Die Ausbalancierung ist meiner Meinung nach nur mittelmäßig gelungen, aber ich mache mir Hoffnungen, dass das in den Folgebänden verbessert wird. An und für sich sind die Drei aber definitiv sehr sympathische Zeitgenossen, denn sie alle plagen sich mit unterschiedlichsten aber doch auch irgendwie vertrauten Problemen herum, wenn auch das ein oder andere sehr tief aus der Klischeekiste stammt. Ihre Sprache und Verhaltensweisen sind ebenfalls manchmal etwas zu grob, wenn man die Zielgruppe dieses Buches bedenkt, andererseits würde es aber zu dem „Rock Milieu“ passen. Da muss jeder selber entscheiden, ob er einem 14-jährigen diverse Flüche und schmutzige Gedanken abnimmt.

Was mir aber sehr gefallen hat, ist die Idee mit dem Bandwettbewerb und generell der Ansiedlung im Bereich Musik. Ansonsten bekommt man es ja oft mit Übernatürlichem zu tun oder den ewig gleichen Lovestories, aber das ist in diesem Buch ganz und gar nicht der Fall. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass man hiermit auch Jungen recht gut zum Lesen motivieren könnte, denn Romantik und Kitsch bleiben außen vor, dafür gibt es jede Menge coole Typen und coole Musik. Mir persönlich hat das richtig gut gefallen, auch wenn die Ausarbeitung der Charaktere und die teils zusammenhangslose Umsetzung den Lesespaß ein bisschen geschmälert haben.

bewertungVor allem die Idee hat mir super gefallen, endlich mal etwas Abwechslung! Die Charaktere sind noch ausbaufähig und man merkt deutlich, dass es ein Reihenauftakt ist, einiges ist leider nur durchwachsen statt gut. Trotzdem werde ich weiter an der Reihe dranbleiben!

Gute 3 Punkte

3 kühe

[Rezension] Als Gott schlief – Jennifer B. Wind

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Autorin: Jennifer B. Wind

Genre: Thriller

Verlag: dotbooks; Mai 2014

Format: eBook, ca. 403 Seiten

Preis: 6.99 €

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Inhalt

München und Wien: Eine Serie brutaler Morde an katholischen Geistlichen schockiert die Öffentlichkeit. Die Opfer werden auf grausame Weise gefoltert und getötet. Am Tatort werden mysteriöse Hinweise gefunden, die jedoch niemand entschlüsseln kann. Kriminalbeamtin Jutta Stern und ihr Partner Thomas Neumann stehen vor einem Rätsel. Was hat die Opfer verbunden? Was treibt den Mörder an? Bei ihren Ermittlungen stößt Jutta auf eine Mauer aus Angst und Schweigen – doch dann entdeckt sie eine Spur, die weit in die Vergangenheit zurückreicht.

meinung

Es ist wohl eines der brisantesten Themen die Deutschland in den letzten Jahren beschäftigt haben: Missbrauch in der Kirche. Jennifer B. Wind hat sich diesem Thema auf interessante und vor allem spannende Art und Weise genähert. Alles beginnt mit einem grausamen Mord an einem Geistlichen und bald darauf folgen weitere, die in Sachen Brutalität diesem in nichts nachstehen. Jutta Stern und ihr Partner werden auf den Länder-übergreifenden Fall angesetzt und stoßen sehr bald tief in einen abartigen Sumpf.

Wenn man das Buch lediglich auf seinen Thriller-Inhalt hin bewerten würde, so würde ich wahrscheinlich eine ziemlich durchwachsene Wertung abgeben. Der Spannungsbogen läuft ziemlich schnell von 0 auf 100 und bleibt auch ständig auf einem hohen Niveau, was mir sehr gut gefallen hat, denn so entwickelte ich recht schnell den „nur noch eine Seite“ – Drang und hatte das Buch erstaunlich schnell gelesen. Auf der anderen Seite ist die Geschichte leider ziemlich einfach gestrickt und an einigen Ecken absolut vorhersehbar, was mir das Lesevergnügen dann doch wieder etwas geschmälert hat. Spätestens nach 3/4 der Geschichte hat man einen Verdacht, wer hinter dem Ganzen stecken könnte und dieser hat sich dann letztendlich auch bewahrheitet. Und trotzdem hatte ich Spaß beim Lesen, denn obwohl die Handlung zum Teil so vorhersehbar ist, so ist sie einfach gut erzählt  und bietet solide Thriller-Unterhaltung. Es waren nicht viele Überraschungsmomente dabei und das Prinzip eigentlich wie in jedem durchschnittlichen Thriller auch, aber das muss eben auch nicht immer schlecht sein.

Für meinen Geschmack gibt es aber noch zwei weitere Kritikpunkte, die meinen Gesamteindruck geschmälert haben. Die Charaktere haben mir einiges abgefordert. Nicht, weil sie nervig oder kompliziert waren, im Gegenteil, sie waren einfach zu blass und nichtssagend. Frau Stern hat genau so wenig Eindruck hinterlassen wie Herr Neumann und da sie beide die tragenden Protagonisten sind, war das leider alles andere als erfreulich. Sie wirkten trotz Hintergrundgeschichte völlig austauschbar und teils zu klischeehaft überzogen. Die Nebencharaktere treten quasi gar nicht in den Vordergrund, was vor allem nach der Auflösung des Falls und den dahinter stehenden Motiven mir mehr so ein schulterzuckendes „Naja“ anstatt einem enthusiastischen „Toll“ entlockt hat. Nicht ganz so gravierend, aber dennoch manchmal störend fand ich den sehr einfachen Schreibstil, der mir teils einfach zu abgehackt vorkam. Andererseits lassen sich kurze und prägnante Sätze natürlich schneller lesen, wie elendig lange. Sehr schön fand ich die Abschnitte, in denen man einen Einblick in die Vergangenheit bekommt. Das Ganze wurde durch Tagebucheinträge dargestellt und nicht nur sehr authentisch sondern vor allem berührend verfasst.

Gerade eben durch diese Einträge, bekommt man einen unglaublich nahen und daher auch schockierenden Einblick in die Geschehnisse. Der Missbrauchsskandal in der Kirche ist ein heikles Thema, das sicherlich nicht jedem schmeckt und das man auch als Autor mit Samthandschuhen anfassen sollte. Ich finde aber, dass dies der Autorin sehr gut gelungen ist. Trotz dem natürlich die Schuldigen in all ihrer Grausamkeit vorgeführt werden, wird nicht mit dem Finger auf sie gezeigt und man bekommt auch zu spüren, dass auch sie selbst mit ihren Taten zu kämpfen haben. Ich fand diesen Grat zwischen Täter / Opfer gut umgesetzt, wobei man natürlich weitaus mehr Mitgefühl für diejenigen empfindet, die diesen entsetzlichen Taten ausgesetzt waren.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, aber es gibt eben auch einige Kritikpunkte, die meinen Eindruck dann letztendlich etwas geschwächt haben.

bewertungEin solider Krimi mit heikler Thematik. Leider durch die Vorhersehbarkeit der Handlung und den blassen Charakteren doch nicht zu 100% überzeugend.

3 Punkte

3 kühe

Vielen Dank an dotbooks und Blogg Dein Buch für das Rezensionsexemplar!