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[Rezension] Der Fall Moriarty – Anthony Horowitz

Der_Fall_Moriarty

Titel: Der Fall Moriarty – Eine Geschichte von Sherlock Holmes‘ großen Gegenspieler

Autor: Anthony Horowitz

Genre: Kriminalroman

Format: Hardcover, 341 Seiten

Verlag: Insel Verlag; Oktober 2014

Preis: 19.95 €

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Inhalt

Sherlock Holmes ist tot. Der berühmte Detektiv und sein genialer Gegenspieler Moriarty sind in den Abgrund des Reichenbachfalls gestürzt. Nur wenige Tage später trifft der Pinkerton-Detektiv Frederick Chase aus New York in Europa ein, denn Moriartys Ableben hat in Londons Unterwelt ein gefährliches Vakuum hinterlassen, das nur allzu schnell von einem neuen König des Verbrechens gefüllt wird: Ein mysteriöser Mann namens Devereux macht sich daran, Moriartys Platz einzunehmen und London in ein Chaos aus Mord und Totschlag zu stürzen. Unterstützt von Inspector Athelney Jones vom Scotland Yard, der die Ermittlungsmethoden des großen Sherlock Holmes verbissen studiert hat, verfolgt Frederick Chase die Spur dieses neuen kriminellen Genies. Ihre Jagd führt sie in die dunkelsten und gefährlichsten Winkel der englischen Hauptstadt, von den Docks bis in die Katakomben des Smithfield Meat Market, einem Mann entgegen, den alle fürchten, aber den kaum einer je gesehen hat.

meinung

Ist er es oder ist er es nicht? 

Diese Frage begleitet den geneigten Leser das ganze Buch. Ist der berühmte Gegenspieler von Sherlock Holmes nun in den Reichenbachfällen ums Leben gekommen oder hat er sich auf genau so listige Art und Weise verschwinden lassen, nur um jetzt stärker denn je wieder aufzutauchen?

Die Geschichte wird uns aus der Perspektive des jungen amerikanischen Pinkerton Agenten Frederick Chase geschildert, der in der Ich-Perspektive von seinen Erlebnissen berichtet. Alles beginnt dort, wo Sherlock Holmes und James Moriarty offenbar zu Tode gekommen sind, nämlich an den Reichenbachfällen in der Schweiz. Dort trifft er auf den Londoner Polizei-Inspektor Athelney Jones, der ähnliche Interessen verfolgt und sie tun sich zusammen um gemeinsam auf die Jagd nach einem frisch in England aufgetauchten Verbrecher-Genie namens „Devereux“ zu machen, der danach trachtet Moriartys offenbar frei gewordenen Platz einzunehmen.

Ich habe ein wenig gebraucht, bis ich mit der Geschichte warm geworden bin und ich muss zugeben, dass ich manches Mal dachte „Ja ganz nett, mehr aber auch nicht“. Glücklicher Weise gelingt Anthony Horowitz eine Überraschung, die mich so aus den Latschen gehauen hat, dass ich innerlich von meinen ursprünglich angepeilten 3 Sternen in Null Komma Nichts auf 4+ aufgewertet habe. Prinzipiell bekommt man es mit einem klassisch geschriebenen Kriminalroman zu tun, der wie schon „Das weiße Band“ sehr an die guten alten Sherlock Holmes Geschichten erinnert und nicht nur die Herzen von wahren Fans höher schlagen lässt. Man kann das schmutzige London und seine verbrecherischen Seiten förmlich spüren, wenn man in die Geschichte abtaucht und das Buch wartet auch mit netten kleinen Wendungen auf, die immer wieder zum Weiterlesen animieren. Mich hat die Geschichte gut unterhalten und ich habe sie auch gerne gelesen, aber trotzdem hat mir bis zu diesem speziellen Punkt das gewisse Etwas gefehlt. Was dann geschieht behalte ich für mich, dann das wäre ein massiver Spoiler und versaut das ganze Buch.

Die Charaktere wirken genau wie die Atmosphäre greifbar echt und authentisch. Wie oben schon erwähnt, hat man wirklich das Gefühl, sich in einem der originalen Sherlock Holmes Romane zu befinden. Es geht mitunter nicht gerade zimperlich zu, aber es gibt auch immer wieder Dinge die einen ganz klassisch zum Mitraten anregen. Auch vom Schreibstil her bleibt der Autor seinen Ambitionen treu, dem Leser ein waschechtes Sir Arthur Conan Doyle Erlebnis zu verschaffen.

bewertung

Mit der gekonnten Wendung kam am Ende die Prise, die mir zuvor gefehlt hat. Trotzdem ist das Buch wunderbar unterhaltsam, lässt sich gut lesen und bietet für jeden Fan klassischer Kriminalromane gute 350 Seiten spannende Unterhaltung. Und ob er es nun ist oder nicht, das gilt es am Ende selbst herauszufinden.

4 Punkte

4 Kühe