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[Rezension] Das Falsche in mir – Christa Bernuth

DasFalscheinmirTitel: Das Falsche in mir

Autorin: Christa Bernuth

Genre: Krimi

Verlag: dtv premium; Januar 2014

Format: broschiert, 352 Seiten

Preis: 14.90 €

Inhalt

Wie sieht es aus im Kopf eines Mörders? Lukas Saalfeld hat als Jugendlicher seine Freundin umgebracht und führt nun ein halbwegs normales Leben. Eines Abends wird ein Mädchen tot aufgefunden, dass exakt auf die gleiche Weise ermordert wurde und die Polizei steht sofort bei Lukas vor der Tür. Doch dieser ist sich sicher, dass er es nicht war, auch wenn ihm jegliche Erinnerung an die Tatnacht fehlt. Er ist fest entschlossen herauszufinden, was passiert ist und sieht sich bald mit der Frage konfrontiert, ob er sich überhaupt selbst noch trauen kann.

meinung

Es war nicht das erste Buch, das ich gelesen habe, in dem man direkt in den Kopf eines Mörders eintaucht und den Großteil der Geschichte aus seiner Sicht geschildert bekommt. Aber es war das erste Buch, das mich mit dieser Art und Weise überzeugen konnte, auch wenn mir einige Dinge weniger gefallen haben.

Wenn man das Buch zugeklappt hat, dann hat man nahezu 350 Seiten einer sehr komplexen Geschichte gelesen, die sich am Anfang des Buches alles andere als deutlich herausstellt und die mit einigen interessanten Wendungen aufwartet, um die ganze Wahrheit dem Leser Stück für Stück näher zu bringen. Ich liebe es, wenn ich als Leser möglichst lange im Dunkeln gelassen werde und das genau war hier der Fall, denn erst wirklich am Schluss wird überhaupt klar, was die Wahrheit ist und vor allem, wie alles zusammenhängt.

Erzählt wird das Ganze aus mehreren Perspektiven, was natürlich der Geschichte zugute kommt, mir aber manchmal zu viel war. Denn es gibt da Einschiebungen von kursiven „Opfergedanken“, Tagebucheinträge und dann wieder zwei Hauptplots, die die Handlung vorantreiben. Zum Teil erfolgt das in unterschiedlichen Zeitformen, was wirklich anstrengend sein kann. Generell fand ich die Art des Schreibens an manchen Stellen echt anstrengend, wo mir dann doch auch mal der Faden abhanden gekommen ist, weil ich irgendein klitzekleines Detail überlesen hatte.

Lukas Saalfeld ist trotz der ganzen Plots immer noch die Hauptfigur und eine wirklich interessante Persönlichkeit. Man weiß nicht, was man von ihm halten soll, denn seine Gedanken sind zum Teil abstoßend und dann kommt er einem wieder sympathisch rüber und man fiebert mit ihm mit. Das kann positiv sein, das kann aber auch schnell in Abneigung umschlagen und wenn man einen Protagonisten erstmal nicht mehr ausstehen kann, ist das weitere Verfolgen seiner Story ziemlich mühselig. Christa Bernuth ist es aber gelungen, diesen schmalen Grat zu begehen und so war ich immer im Zwiespalt meiner Gefühle.

Die Thematik die das Buch behandelt und die einem erst nach und nach wirklich schlüssig wird, ist nicht so einfach zu verdauen, was dann aber auch wieder zum gesamten Credo des Buches passt. Ich fand es super, wie hier quasi zwei Geschichten in einer erzählt werden und habe daher auch sehr schnell das „ich kann nicht aufhören zu lesen“ – Syndrom entwickelt.

bewertungEin sehr interessanter und gut zu lesender Krimi, der aus vielen Ansichten und Verzwickungen eine spannende Geschichte zusammenstrickt, die schon nach kurzer Zeit Suchtpotential entwickelt. Aber es waren auch die Art des Erzählens und der schmale Grat an Hass und Sympathie zur Hauptfigur, die das Buch nicht immer einfach gemacht haben.

4 Punkte

4 Kühe

 

 

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