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[Rezension] Spurlos im Schnee – Cordula Hamann

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Titel: Spurlos im Schnee

Autorin: Cordula Hamann

Genre: Thriller

Format: broschiert, 320 Seiten

Verlag: mira Taschenbuch; März 2015

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Inhalt

Der Kopf kahlgeschoren, in den Bauch ein Kreuz geritzt – unverwechselbar markiert der Serienmörder Thomas Bach seine Opfer. Als er nach einem Lawinenabgang seinem Gefangenentransport entfliehen kann, herrscht Angst in einem kleinen bayerischen Dorf. Von der Außenwelt abgeschnitten, sind die Menschen der schrecklichen Gewissheit ausgeliefert: Bach versteckt sich unter ihnen! Bereits am nächsten Morgen wird die Leiche einer Frau gefunden, mit kahlem Kopf und Kreuzmarkierung. Für die Studentin Katja Reichenberger und die verletzte Polizistin Claudia Jensen beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn der Schnee verwischt alle Spuren …

meinung

Ihren Ski-Urlaub hat sich Katja Reichenberger sicherlich anders vorgestellt. Erst steckt sie im Stau, dann wird sie auf der Umgehungsstraße von einer fast tödlichen Lawine erfasst und am Ende sitzt sie mit einem entflohenen Mörder und einer verschwörerischen Dorfgemeinschaft in der bayerischen Einöde fest. Klingt zunächst wie einer dieser seichten regionalen Krimis am Sonntagabend, hat aber am Ende mit ein paar verzwickten Wendungen und jeder Menge Spannung überrascht.

Man spürt die Anspannung schon auf der ersten Seite, da man ja dank des Klappentextes weiß was gleich passieren wird. Dementsprechend hält sich Cordula Hamann auch nicht großartig damit auf, die Ausgangssituation zu beschreiben, sondern man landet schon sehr bald in dem vom Schnee eingeschlossenen Dörfchen. Ich fand es unglaublich atmosphärisch, wie die Situation und die über allem schwebende Bedrohung durch den entflohenen Mörder so greifbar und spannend dargestellt wurde. Man erfährt schon bald, dass er nicht das einzige Problem ist, aber das macht das Ganze nur noch spannender und führt letztendlich dazu, dass man die gut 300 Seiten enorm schnell gelesen hat.

In dieser Geschichte ist nichts wie es scheint, auch wenn man manchmal das Gefühl hat, dass es doch so offensichtlich ist. Ich lag mit meinen Spekulationen am Ende nur bedingt richtig und wurde sehr oft aufs Neue mit Wendungen überrascht, die mich nur noch mehr zum Weiterlesen animiert haben. Dabei enthüllt sich immer mehr und mehr ein finsteres Geheimnis, das aber zu keiner Zeit irgendwie aufgesetzt oder unglaubwürdig wirkt, sondern sich perfekt in die mysteriöse Dorfatmosphäre und das Verwirrspiel um den Flüchtigen einfügt.

Was mich dann aber doch manches Mal gestört hat, waren die Protagonisten. Definitiv nicht in der Dimension von „absolut unausstehlich“, aber ich verstehe einfach nicht, weshalb es immer irgendwie irgendwo eine Lovestory geben muss, auch wenn sie, wie hier, völlig überflüssig und unrelevant für die Geschichte ist. Wenn ich einen Krimi bzw. Thriller lese, dann brauche ich keine Beziehungskiste, aber gut das ist halt Geschmackssache.

bewertung

Aber am Ende überwiegt doch der sehr positive Eindruck. „Spurlos im Schnee“ ist ein handwerklich guter und spannender Thriller, der ohne viel Blut und Gewalt auskommt und den Leser zum Miträtseln animiert.

4 Punkte

4 Kühe

Vielen Dank an Blogg Dein Buch und den MIRA Verlag für das Rezensionsexemplar!

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