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[Rezension] Mr. Penumbras 24H Bookstore – Robin Sloan

penumbra cover

 

Titel: Mr. Penumbras 24-Hour Bookstore

Autor: Robin Sloan

Genre: Unterhaltungsroman

Format: Taschenbuch, 305 Seiten

Verlag: Atlantic Books; Dezember 2012

Preis: 7.40 €

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Inhalt

Recession has shuffled Clay Jannon out of his life as a San Francisco Web-design drone – and serendipity, coupled with sheer curiosity, has landed him a new job working the night shift at Mr. Penumbra’s 24-Hour Bookstore. But after just a few days, Clay begins to realize that this store is even more curious than the name suggests. There are only a few customers, but they come in repeatedly and never seem to actually buy anything, instead they simply borrow impossibly obscure volumes from strange corners of the store, all according to some elaborate, long-standing arrangement with the gnomic Mr. Penumbra. The store must be a front for something larger, Clay concludes, and soon he’s embarked on a complex analysis of the customers‘ behaviour and roped his friends into helping to figure out just what’s going on. But once they bring their findings to Mr. Penumbra, it turns out the secrets extend far outside the walls of the bookstore.

meinung

Mr. Penumbra’s 24 Hour bookstore war so ein „Jeder hat es – ich will auch“ und auch so ein bisschen ein „Cover“-Kauf gewesen. Ich hatte vieles davon gehört und gelesen, es sollte wohl um einen magischen Buchladen mit vielen tollen Zitaten und Seitenhieben auf die Buchbranche sein, also was lag da näher, als das Buch umgehend zu kaufen? Nachdem ich es gelesen habe, bringe ich lieber gleich mal eine kleine Warnung hier an: wer kein Nerd ist, sollte lieber die Finger davon lassen!

Ja, wo fange ich denn am besten an? Dieses Buch ist echt schrullig, streckenweise ziemlich öde und aber trotzdem muss man es einfach lieben, vor allem wenn man ein Herz für Bücher hat und Gadgets und Google und einfach alles was irgendwie „nerdmäßig“ ist. Es geht nämlich bei Weitem nicht nur um diesen kleinen, verschrobenen Buchladen in dem Clay da arbeitet, sondern es weitet sich sehr schnell auf eine ziemlich „ver-googelte“ und technische Ebene aus, die sicherlich nicht jedermanns Geschmack ist, vor allem dann wenn man eigentlich mehr aus der Bücher-Ecke kommt. Außerdem bekommt das Ganze noch eine große Brise Phantastisches, inklusive geheimen Logen und Codes die geknackt werden wollen. Das hört sich alles ziemlich verschroben an und ist es auch, aber das macht das Buch einfach aus. Vieles ist wirklich urkomisch und macht richtig Spaß zu lesen, insbesondere dann, wenn man sich eben auch ein wenig für technische Spielereien begeistern kann. Die Gegenseite ist dann aber auch wieder, dass es da oft zum Fachkauderwelsch kommt und das kann einem schon mal die Laune verderben, denn nicht immer blickt man da durch. Gerade in der englischen Ausgabe die ich gelesen habe, macht sich das deutlich bemerkbar. Apropos Englisch: man sollte sich lieber nicht als blutiger Anfänger heranwagen, etwas bessere Englischkenntnisse sind hierfür definitiv angebracht.

Nun aber zur Story, denn die ist irgendwie genau so wirr und komisch (aber liebenswürdig) wie das ganze Setting des Romans. Sie hat sehr viele Höhen und Tiefen und an manchen Stellen habe ich mich echt zu Tode gelangweilt, obwohl ich ja das technische Fachsimpeln teilweise ganz cool fand, aber zu viel davon – und vor allem über viel zu viele Seiten hinweg – ist dann halt einfach zu viel. Es gibt aber auch einige Stellen, an denen ich dann so dringend weiterlesen musste, dass die Seiten wie im Fluge unter meinen Fingern durchgerutscht sind. Man sollte sich wirklich ein wenig für Fantasy, Rollenspiele, Technik, Gadgets und ähnliches begeistern können, wenn man an diesem Buch Gefallen finden will, denn so richtig um den Buchladen geht es eigentlich nicht, aber ich will ja auch nicht zu viel verraten.

Clay ist ein ziemlich unscheinbarer Charakter, dem ich leider nicht viel abgewinnen konnte. Er bleibt die ganze Zeit über sehr blass, was es mir unmöglich gemacht hat, eine Bindung zu ihm aufzubauen. Das ist wirklich sehr schade, da er nun mal der Protagonist ist und das Buch damit eigentlich tragen sollte. Hier ist das leider nicht der Fall, dafür sind die Nebencharaktere um Mr. Penumbra höchstpersönlich so genial, dass sie den schwachen Hauptcharakter quasi aus seiner Misere befreien. Da hätten wir die hübsche Google-Mitarbeiterin mit dem Nerd-Shirt, die ulkigen Gestalten die des Nachts den Buchladen besuchen und natürlich den sagenumwobenen Mr. Penumbra höchstpersönlich. Sie alle sind schrullig und herrlich komisch, was allein schon bei ihrem Auftreten bei mir oft für ein Schmunzeln gesorgt hat.

Hat das Buch eine Botschaft? Ich weiß es nicht. Ist es so mega-toll wie viele gesagt haben? Vielleicht, aber es ist nicht das, was ich erwartet hatte. Dennoch hat es mir viel Spaß beim Lesen gemacht.

bewertung

Die Geschichte hat ihre Höhen und Tiefen, der blasse Protagonist wird von den tollen Nebencharakteren gerettet und jeder Nerd kommt voll auf seine Kosten. Meine hoch gepushten Erwartungen konnte das Buch nicht erfüllen, aber es war allemal tolle Unterhaltung.

4 Punkte

4 Kühe