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[Rezension] Die Begabte – Trudi Canavan

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Titel: Die Begabte

Reihe: Die Magie der tausend Welten #1

Autorin: Trudi Canavan

Genre: Fantasy

Format: Hardcover, 672 Seiten

Verlag: Penhaligon; November 2014

Preis: 19.99 €

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Inhalt

Der junge Archäologe Tyen entdeckt ein magisches Buch, in dem seit vielen Jahrhunderten das Bewusstsein einer Frau gefangen ist: Pergama war einst eine talentierte Buchbinderin, bis ein mächtiger Magier sie mit einem Zauber belegte und dazu verfluchte, für alle Zeit das Wissen der Welt in sich aufzunehmen. Und so weiß Pergama, dass Tyens Heimat und allen, die ihm am Herzen liegen, eine schreckliche Katastrophe droht. Allerdings kann sie Tyen nur helfen, wenn es ihm gelingt, den Fluch des Buches zu brechen. Und tatsächlich hat Tyen keinen dringlicheren Wunsch, als Pergama zu befreien – der längst seine Liebe gehört.

meinung

Ein sprechendes Buch?!

Trudi Canavan ist bekannt dafür, den Leser in magische Welten zu entführen und daher kommt es mir nicht seltsam vor, dass wir gleich auf den ersten Seiten mit einem sprechenden Buch konfrontiert werden. Der junge Archäologe Tyen findet das gute Stück – das ursprünglich mal eine Frau namens Pergama war – während einer Ausgrabung und ab da findet er sich nur noch in problematischen Situationen wieder. Die Vorstellung, dass das „Buch“ mal ein Mensch war und dementsprechend aus Haut, Haaren und ähnlichem besteht…ich könnte mir vorstellen, dass das den ein oder anderen zart besaiteten Leser etwas abstößt, aber wie Trudi Canavan die Idee mit dem sprechenden und denkendem Buch umgesetzt hat, ist einfach klasse und wahrscheinlich haben wir uns insgeheim alle schon mal gewünscht, so was zu besitzen.

Eine wahre Achterbahnfahrt

Der erste Band der neuen Trilogie hat zwei tragende Protagonisten, die jeweils in mehreren großen Abschnitten ihren Auftritt haben. Dass das eigentlich für viel Spannung und Abwechslung sorgt, auch wenn die Handlungen auf den ersten Blick überhaupt nicht zusammenpassen, verstehe ich vollkommen und es wäre auch der Fall, wenn Tyen und Rielle nicht so unglaublich unterschiedlich wären. Klar, die beiden Protagonisten leben in verschiedenen Welten und sind zwei grundverschiedene Charaktere, aber ich empfand Rielles Geschichte durchweg als viel langatmiger und sie als Person viel unsympathischer als Tyen. So ergab es sich für mich, dass ich Tyens spannende Abschnitte förmlich eingeatmet habe, nur um dann von Rielles Abschnitten einen Dämpfer zu kriegen und langsam in der Geschichte voran zu kriechen. Das ging sogar so weit, dass ich kurz ans Abbrechen gedacht habe, weil mich ihre Geschichte so gar nicht reizt. Ich hoffe, dass die Autorin im nächsten Teil noch ein paar spannendere Elemente in ihre Geschichte bringt, denn schließlich sollen die Handlungsstränge ja irgendwann mal zusammen laufen.

Interessanter Weise habe ich dazu viele unterschiedliche Meinungen gehört. Einige sehen das genau so wie ich und anderen ist Tyens Teil der Geschichte negativ im Gedächtnis geblieben. Daran erkennt man, wie grundsätzlich verschieden die beiden Geschichten sind und welche Lesergruppen sie wohl mehr ansprechen!

Einfach magisch

Die größte Stärke des Buches liegt ganz klar in der erschaffenen magischen Welt, auch wenn es eigentlich mehrere sind. Das Buch strotzt nur so vor fantastischer Atmosphäre und verliebten Details. Das alles macht es dem Leser sehr einfach, voll und ganz im Buch abzutauchen und sich in der magischen Welt des Buches zu verlieren. Oft ist es ja so, dass „neue“ Fantasy-Welten unheimlich kompliziert und verstrickt sind, ich fand aber, dass hier alles sehr logisch und verständlich aufgebaut ist, obwohl es einige Dinge gibt, über die ich gerne noch etwas mehr Hintergründe erfahren hätte. Aber es handelt sich ja auch um einen ersten Band, die beiden folgenden Bände haben da noch Luft nach oben.

bewertung

Im Großen und Ganzen hat mir der Auftakt gut gefallen, die Welt ist spannend und die Rahmenhandlung motiviert ganz klar zum Weiterlesen. Was mich aber enorm gestört hat, ist die – für meinen Geschmack – unterschiedliche Qualität der beiden Handlungsstränge, wobei mir Rielles Teil das Lesen teils wirklich vermiest hat. Ich hoffe, dass sich da noch etwas tut!

3 Punkte

3 kühe

Danke an RandomHouse / Penhaligon für das Rezensionsexemplar!

[Rezension] Eine dunkle & grimmige Geschichte – Adam Gidwitz

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Titel: Eine dunkle & grimmige Geschichte

Autor: Adam Gidwitz

Genre: Fantasy

Format: Hardcover, 256 Seiten

Verlag: bloomoon; September 2011

Preis: 12.95€

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Inhalt

Was nun folgt, ist ein Märchen. Ein Märchen?, wirst du vielleicht denken. Märchen sind doch Kinderkram! Doch in diesem Märchen hüpfen keine kleinen Mädchen mit roten Kappen fröhlich durch den Wald. Was zwischen diesen Seiten auf sie lauert ist die wahre Geschichte von Hänsel und Gretel – ein Märchen voller dunkler Zauberer, gefährlicher Hexen und todbringender Drachen. Dieses Märchen ist vielleicht furchterregend, sicherlich blutig und definitiv nichts für Angsthasen; aber anders als alle anderen Märchen, die du kennst, ist dieses hier wahr.

meinung

(K)ein Buch für Kinder allen Alters

Die Märchen der Gebrüder Grimm sind uns allen ein Begriff und wenn nicht, dann bitte aufhören diese Rezension zu lesen und schleunigst diese gigantische Lücke füllen! Als Kinder lauschen wir gebannt unseren Vorlesern und als Erwachsene schwelgen wir gerne in Erinnerungen, wenn wir an die schönen, magischen Märchen der Grimms denken. Aber sind diese Märchen wirklich alle so schön und magisch wie wir es zu wissen glauben? Adam Gidwitz meint: Nein! und offenbart die dunkle und grimmige Seite der Grimmschen Erzählungen. Da fließt literweise Blut, es fliegen Körperteile durch die Gegend und der Autor fragt nicht umsonst mehrmals nach, ob auch wirklich alle kleinen Kinder schon im Bett sind. Klar, an einen Zombie-Splatter-Roman kommt es nicht ran, aber es geht doch schon ganz schön zur Sache.

Ein einziges großes Märchen

Adam Gidwitz webt einige bekannte und weniger bekannte Märchen der Gebrüder Grimm zu einer gigantischen Geschichte zusammen, in dem er die Geschwister Hänsel und Gretel als Hauptcharaktere hinstellt und sie allerhand grauenhafte Dinge erleben lässt. Das Ganze wird immer wieder mit sehr ironischen und herrlich schwarzhumorigen Kommentaren des Autors versehen, sodass man gar nicht mehr so recht glauben mag, dass die Märchen ursprünglich nichts miteinander zu tun haben und schon gar nicht Hänsel und Gretel die alleinigen Protagonisten sind. Mit einigen erzählerischen Kniffen verbindet er die Handlungen, baut sie hier und da noch ein bisschen aus und am Ende wird – wie es halt im Märchen so ist – trotzdem alles gut. Trotz der großartigen Bemühungen des Autors, fand ich die Geschichte allerdings manchmal etwas zu konstruiert und viel Spannung kommt auch nicht auf, was aber auch wohl daran liegen mag, dass man die Märchen größtenteils kennt.

Ade‘, heile Welt

Ich fand es klasse, wie der Autor all die Geschichten so geschickt miteinander verwoben hat, dass am Ende tatsächlich eine abgeschlossene Handlung dabei raus kommt, man sich aber trotzdem noch wie im Märchen fühlt. Er behält den typischen Erzählstil bei und würzt die Geschichte mit seinen bösartigen Kommentaren. Auch innerhalb der Erzählung kommt der schwarze Humor nicht zu kurz und, wie schon erwähnt, es geht auch alles andere als zimperlich zu. Ich könnte mir fast vorstellen, dass dieses Buch die ein oder andere heile Märchenwelt zerstören kann, aber man sollte auch schon nicht vergessen, dass das alles mit einem großen Augenzwinkern passiert.

bewertung

Mich hat dieses Buch auf sehr vielfältige Art und Weise positiv überrascht. Als Horrorfan ist es ja wohl sowieso so, dass mir die grauenhaftere Variante der gemütlichen Märchen eher liegt. 😉 Großartige Unterhaltung mit minimalistischen Schwachstellen und nicht unbedingt (nur) für (hartgesottene) Kinder!

Gute 4 Punkte

4 Kühe

[Rezension] Aquarius – Thomas Finn

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Titel: Aquarius

Autor: Thomas Finn

Genre: Thriller

Format: broschiert, 416 Seiten

Verlag: Piper; Oktober 2014

Preis: 16.99 €

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Inhalt

Legenden ranken sich um die grausamen Wesen, die unachtsame Männer mit ihrer Schönheit und ihrem Gesang ins Verderben locken. Außer den Berichten betrunkener und einsamer Seeleute gibt es aber keinerlei Beweise für die Existenz von Nixen. Einzig eine eingeschworene Gemeinschaft hütet seit Jahrhunderten ihr Geheimnis. Bis jetzt … Bei den Bergungsarbeiten an einer alten Seemine geschieht ein Unglück: Die Mine explodiert. Als Berufstaucher Jens Ahrens wieder zu Bewusstsein kommt, findet er sich in einem Keller wieder, gefangen mit anderen Männern, die unter Drogen gesetzt und so wehrlos gemacht wurden. Nur mit Mühe kann er sich befreien und flüchtet nach Egirsholm, eine kleine, wohlhabende Küstensiedlung. Diese aber wird zum Schauplatz rätselhafter Todesfälle. Menschen ertrinken – und das sogar auf der Landstraße oder in ihrem Haus! Etwas geht vor sich, in das Jens so schnell und tief hinab gesogen wird, dass er sich nicht mehr entziehen kann. Das Meer ist unruhig. Und es ist wütend.

meinung

Meerjungfrauen, so ein Quatsch! Das wird sich wohl auch Jens Ahrens gedacht haben, der Protagonist in diesem rasanten Mystery-Thriller, bis zu dem Punkt an dem er einer waschechten Meerjungfrau gegenüber steht. Das klingt ziemlich abgefahren und ist es auch, denn die Begegnung mit dem Fabelwesen ist nicht die Einzige und darüber sollte man sich im Klaren sein, bevor man sich dieses Buch zu Gemüte führt. Es handelt sich zwar schon um einen Thriller, aber eben auch mit einer gehörigen Prise Mystery bzw. Fantasy.

Zum Inhalt des Buches möchte ich gar nicht mehr erzählen, das haben schon meine Vorgänger übernommen und außerdem läuft man auch direkt Gefahr, etwas zu spoilern. Überraschende Wendungen gibt es nämlich in so ziemlich jedem Kapitel, was das Lesen zu einem sehr rasanten und nervenaufreibenden Erlebnis macht. Man befindet sich sehr schnell in dieser Spirale, die einen immer weiter in die Geschichte reinzieht und in der man das Buch nur sehr schwer aus den Händen legen kann. Den Schreibstil würde ich als locker und einfach beschreiben, was aber in keinem Fall schlecht ist, sondern nur dazu beiträgt, dass man die Geschichte schnell nacheinander weglesen kann. Die Spannung ist kontinuierlich auf einem hohen Niveau, die Kapitel enden nicht selten mit einem Cliffhänger.

Die Geschichte enthält jede Menge Elemente eines klassischen Thrillers. Da gibt es falsche Freunde, scheinbar ins Leere laufende Spuren und auch jede Menge Action. Auf der anderen Seite steht aber ein sehr starkes Fantasy-Element, was meiner Meinung nach diesem Buch einen besonderen Charme verleiht. So könnte man es fast als die perfekte Kombination für Thriller – und Fantasyfans bezeichnen. Mehr möchte ich aber auch dazu nicht schreiben, denn sonst würde ich viel zu viel verraten.

Die Charaktere sind ziemlich einfach gestrickt und bedienen sich auch in so mancher Klischeekiste, aber das empfand ich gar nicht als so störend. Denn sie kommen einem vor, als wären sie wirklich aus dem Leben gegriffen und könnten unsere unbekannten Nachbarn von nebenan sein. Das macht es relativ leicht, sich mit ihnen zu identifizieren und letztendlich auch mit ihnen mitzufiebern, mitzuleiden und so weiter. Schön fand ich auch, dass man die „Wandelbarkeit“ der Charaktere auf den ersten Blick gar nicht erkennen kann und man dann umso mehr überrascht ist, wenn sie ihr wahres Gesicht enthüllen. So viel also zum Thema Vorhersehbarkeit, diese bleibt in jederlei Hinsicht komplett aus.

bewertung

Mir hat das Lesen sehr viel Spaß gemacht und ich habe das Buch förmlich eingeatmet. Da ich sowohl großer Thriller als auch Fantasyfan bin, war dieses rasante Buch quasi die perfekte Mischung für mich. Ein wunderbares und auch gruseliges Buch, das einem einige spannende Lesestunden bereiten kann.

5 Punkte

5 Kühe

[Rezension] Wild Cards – George R.R. Martin

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Titel: Wild Cards – Das Spiel der Spiele

Autor: George R.R. Martin

Genre: Fantasy

Format: broschiert, 544 Seiten

Verlag: Penhaligon; August 2014

Preis: 15,00 €

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Inhalt

Seit sich in den Vierzigerjahren das Wild-Card-Virus ausgebreitet hat und Menschen mutieren lässt, gibt es neben den normalen Menschen auch Joker und Asse. Joker weisen lediglich körperliche Veränderungen auf, während Asse besondere Superkräfte besitzen. Da ist zum Beispiel Jonathan Hive, der sich in einen Wespenschwarm verwandeln kann, oder Lohengrin, der eine undurchdringliche Rüstung heraufbeschwört. Doch wer ist Amerikas größter Held? Diese Frage soll American Hero, die neueste Casting Show im Fernsehen, endlich klären. Für die Kandidaten geht es um Ruhm und um so viel Geld, dass sie beinahe zu spät erkennen, was wahre Helden ausmacht.

meinung

Meine Güte, was hat das lange gedauert! Seit dem ich das Buch bekommen habe, sind nun mehr gut und gerne zwei Monate vergangen und in diesen zwei Monaten gab es nicht einen Tag, an dem ich nicht versucht habe, wenigstens mal eine Seite zu lesen. Ich habe mich so sehr auf das Buch gefreut, da ich ja großer Fan von „Das Lied von Eis und Feuer“ in jeder erdenklichen Ausführung bin und am Ende habe ich leider mehr als enttäuscht in die Röhre geguckt.

Aber fangen wir mal von vorne an. Die Idee, dass Superhelden im Mittelpunkt der Geschichte stehen fand ich ja prinzipiell schon mal klasse. Das war bisher noch nicht so ausgelutscht wie Vampire und andere Gestalten es sind und der Ansatz mit der Talentshow hat mir auch super gefallen. Ich bin also mit viel Vorfreude an das Buch herangegangen und war schon sehr gespannt, wie wohl das Konzept von mehreren verschiedenen Autoren umgesetzt werden würde. Nach ein paar wenigen spannenden und interessanten Seiten hat sich für mich aber leider sehr schnell herausgestellt, dass es alles andere als eine angenehme Lesereise werden würde. Jetzt war es die ganze Zeit so, dass ich das Buch unbedingt beenden wollte, obwohl ich sehr oft mit dem Gedanken gespielt habe, es einfach abzubrechen. Immer wieder habe ich mir gedacht, warte lieber mal und sehe mal was noch so von den anderen kommt oder wie es weitergeht, aber leider wurde es immer absurder und die Spannung wollte auch nicht so recht wieder kommen. Deshalb habe ich mich wirklich fast zwei Monate damit rumgeschlagen und es dann letztendlich doch beendet, ich wollte dem Buch einfach die Chance geben die es meiner Meinung nach verdient. Prinzipiell ist die Idee nämlich wirklich super und hat verdammt viel Potential. Die Autoren verstehen ihr Handwerk definitiv, aber ich bin der Meinung, dass das Zusammengesetzte eher abträglich für den roten Faden und letztendlich das Buch an sich ist. Man merkt einfach zu deutlich die Unterschiede in den einzelnen Abschnitten und es kommt mir schon so vor, als hätte jeder Autor seine eigene Kurzgeschichte geschrieben, die dann irgendwie zusammengepuzzelt worden. Prinzipiell mag das Konzept ja interessant und außergewöhnlich sein, mich konnte es aber einfach nicht für sich gewinnen. Vielleicht bin ich auch einfach mit völlig falschen Erwartungen an „Wild Cards“ herangegangen.

Nun aber genug dem Gejammere, denn es gibt durchaus ein paar positive Seiten, die mich immer wieder zum Weiterlesen gebracht haben. Da wären zum einen die markanten, außergewöhnlichen Charaktere mit ihren mehr als abgefahrenen Fähigkeiten. Da fand ich die Umsetzung wirklich super gelungen und es stellt sich mir die Frage, ob es nicht besser gewesen wäre, anstatt einer „zusammengewürfelten“ Handlung, die Autoren sich um einen Charakter kümmern zu lassen und ihre Geschichten separat in einer Sammlung zu erzählen. Davon hätte ich persönlich wohl mehr gehabt, wie das Flickennetz was „Wild Cards“ in meinen Augen leider geworden ist. Den Autoren spreche ich auf keinen Fall ihr Können ab, denn gerade in den Anfangsphasen bzw. Vorstellungsphasen der Charakter die ja auch später immer mal wieder auftauchen, haben sie alle ihre Stärken ausgespielt. Denn auch wenn George R.R. Martin auf dem Cover drauf steht, steckt von ihm eigentlich gar nicht so viel drin.

Ich habe nicht nur ewig gebraucht dieses Buch zu lesen, sondern es fällt mir auch jetzt noch schwer, mich für eine gerechtfertigte Wertung zu entscheiden. Zum einen habe ich mich durchaus unterhalten gefühlt, zum anderen war ich in vielerlei Hinsicht sehr enttäuscht. Wer auf einen klassischen „GRRM-Roman“ hofft, der wird wohl bitter enttäuscht sein, aber andererseits sind Superhelden auch einfach nur super cool.

bewertung

Noch nie ist es mir so schwer gefallen, mich für eine Punktzahl zu entscheiden. Vieles war enttäuschend, einiges wirklich gut.

Gute 2 Punkte

2 Kühe

Vielen Dank an Penhaligon für das Rezensionsexemplar!

 

[Rezension] Der Mond umspült die Zinnentür – Roland Rundkopf

der-mond-umspuelt-die-zinnentuer-094412324Titel: Der Mond umspült die Zinnentür – Legenden aus Lindelburg

Autor: Roland Rundkopf

Genre: Fantasy, Humor

Verlag: neobooks Selfpublishing; Juli 2014

Format: eBook, ca. 215 Seiten

Preis: 1,99 €

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Inhalt

Die Königin von Lindelburg wurde vom Dunklen Fürsten Ganwitdh gegen ihren Willen in das Tal der Hässlichen verschleppt. Dies wäre alles nicht so tragisch, wäre nicht die ziemlich dämliche, überaus lethargische und sich meist selbstüberschätzende Königstochter mit der Rettungsmission beauftragt worden. Nur widerwillig begibt sie sich auf die Reise und schart dabei weitere Vertraute um sich, die fast noch unfähiger sind als sie selbst. So stürzen sich alsbald fünf planlose Gefährten, bestehend aus der Prinzessin, einem übergewichtigen und ständig hungrigen Ritter, einem zwei Meter großen Zwerg, einem selbstmordgefährdeten Faun und der Komtesse der Prinzessin, die unter starker Gesichtsbehaarung leidet, in ein Abenteuer der etwas anderen Art.

meinung

Die Verrückten sind los und sie versuchen die Welt zu retten, rette sich wer kann! So in etwa muss man sich den Inhalt von Roland Rundkopfs abgedrehtem Fantasyepos vorstellen. Es ist im Grunde genommen eine völlig althergebrachte Geschichte die wir hier serviert bekommen, schließlich geht es um ein Grüppchen wackerer Helden, die die schöne Königin aus den Fängen des finsteren Schurken zu befreien versuchen und sich dabei auf eine epische Reise begeben. Aber es gibt ein großes Aber, denn dieses Abenteuer ist bei Weitem nicht die 0815 Standardkost, die man als Fantasy-Liebhaber so kennt (und häufig auch liebt).

Wo fange ich bloß an? Am besten vielleicht damit, dass die Legenden aus Lindelburg einen unglaublich verrückten, eigenen Humor besitzen – und den muss man mögen. Ich persönlich mochte ihn, aber ich habe auch ein Herz für finstere Witze und verrücktes Zeug. Andererseits ist das aber nun auch bei Weitem nicht jedermanns Geschmack und der Humor ist ein ganz wichtiger Punkt in diesem Buch, denn er kommt schließlich in jedem zweiten Wort vor – jeder zweite Satz wäre schon untertrieben. Hierin liegt dann aber leider auch eine kleine Schwachstelle, denn obwohl mich viele Sachen zum Lachen oder zumindest Schmunzeln gebracht haben, gibt es auch einiges was an den Haaren herbeigezogen wirkt und im Großen und Ganzen ist es vielleicht etwas zu viel des Guten. Es ist natürlich ein humoristischer, satirischer Roman, aber weniger ist manchmal eben doch mehr.

Wie auch immer, das abgefahrene und irre Zeug, das die Gefährten erleben und von sich geben, hat mich sehr gut unterhalten. Die Geschichte ist kurzweilig und wartet mit allerhand lustigen Ideen auf, die man vor allem wertschätzen kann, wenn man sich in der Fantasywelt auskennt und vielleicht auch das ein oder andere Videospiel gespielt hat. Es gibt massenweise Anspielungen auf moderne Fantasyromane oder aber auch Online-Rollenspiele wie World of Warcraft. Man versteht diesen Charme natürlich aber auch nur dann, wenn man etwas für diese Nischen übrig hat. Erst dann gehen einem bei einigen Ortsnamen, Geschehnissen und Co. gleich mehrere Lichter auf, wohingegen „Blitzkriegisien“ mit seltsamen schnurrbärtigen Bewohnern für alle ein Begriff sein sollte. Wie gesagt, der Humor ist wirklich speziell, man muss ihn mögen, aber wenn man es tut dann wird einem auch automatisch das gesamte Buch ans Herz wachsen.

Die Charaktere sind genau so abgedreht und irre wie die ganze Geschichte selbst, aber das ist ja klar, sonst wäre das Buch ja nicht was es ist! Sie alle stehen mehr oder weniger für ein Klischee aus der Fantasyecke und ziehen dieses auf wunderbare Art und Weise ins Groteske. Großartige Charakterentwicklungen darf man dabei nicht erwarten, aber auf der anderen Seite stört das auch überhaupt nicht. Den Schreibstil empfand ich manches Mal ein wenig abgehackt, ansonsten aber sehr gut zu lesen und so sind die Seiten nur so dahin geflogen.

bewertung

Mir hat das Buch großen Spaß gemacht, aber es ist doch schon etwas Spezielles was der breiten Masse eventuell Schwierigkeiten bereiten könnte.

4 Punkte

4 Kühe