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[Rezension] Wild Cards – George R.R. Martin

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Titel: Wild Cards – Das Spiel der Spiele

Autor: George R.R. Martin

Genre: Fantasy

Format: broschiert, 544 Seiten

Verlag: Penhaligon; August 2014

Preis: 15,00 €

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Inhalt

Seit sich in den Vierzigerjahren das Wild-Card-Virus ausgebreitet hat und Menschen mutieren lässt, gibt es neben den normalen Menschen auch Joker und Asse. Joker weisen lediglich körperliche Veränderungen auf, während Asse besondere Superkräfte besitzen. Da ist zum Beispiel Jonathan Hive, der sich in einen Wespenschwarm verwandeln kann, oder Lohengrin, der eine undurchdringliche Rüstung heraufbeschwört. Doch wer ist Amerikas größter Held? Diese Frage soll American Hero, die neueste Casting Show im Fernsehen, endlich klären. Für die Kandidaten geht es um Ruhm und um so viel Geld, dass sie beinahe zu spät erkennen, was wahre Helden ausmacht.

meinung

Meine Güte, was hat das lange gedauert! Seit dem ich das Buch bekommen habe, sind nun mehr gut und gerne zwei Monate vergangen und in diesen zwei Monaten gab es nicht einen Tag, an dem ich nicht versucht habe, wenigstens mal eine Seite zu lesen. Ich habe mich so sehr auf das Buch gefreut, da ich ja großer Fan von „Das Lied von Eis und Feuer“ in jeder erdenklichen Ausführung bin und am Ende habe ich leider mehr als enttäuscht in die Röhre geguckt.

Aber fangen wir mal von vorne an. Die Idee, dass Superhelden im Mittelpunkt der Geschichte stehen fand ich ja prinzipiell schon mal klasse. Das war bisher noch nicht so ausgelutscht wie Vampire und andere Gestalten es sind und der Ansatz mit der Talentshow hat mir auch super gefallen. Ich bin also mit viel Vorfreude an das Buch herangegangen und war schon sehr gespannt, wie wohl das Konzept von mehreren verschiedenen Autoren umgesetzt werden würde. Nach ein paar wenigen spannenden und interessanten Seiten hat sich für mich aber leider sehr schnell herausgestellt, dass es alles andere als eine angenehme Lesereise werden würde. Jetzt war es die ganze Zeit so, dass ich das Buch unbedingt beenden wollte, obwohl ich sehr oft mit dem Gedanken gespielt habe, es einfach abzubrechen. Immer wieder habe ich mir gedacht, warte lieber mal und sehe mal was noch so von den anderen kommt oder wie es weitergeht, aber leider wurde es immer absurder und die Spannung wollte auch nicht so recht wieder kommen. Deshalb habe ich mich wirklich fast zwei Monate damit rumgeschlagen und es dann letztendlich doch beendet, ich wollte dem Buch einfach die Chance geben die es meiner Meinung nach verdient. Prinzipiell ist die Idee nämlich wirklich super und hat verdammt viel Potential. Die Autoren verstehen ihr Handwerk definitiv, aber ich bin der Meinung, dass das Zusammengesetzte eher abträglich für den roten Faden und letztendlich das Buch an sich ist. Man merkt einfach zu deutlich die Unterschiede in den einzelnen Abschnitten und es kommt mir schon so vor, als hätte jeder Autor seine eigene Kurzgeschichte geschrieben, die dann irgendwie zusammengepuzzelt worden. Prinzipiell mag das Konzept ja interessant und außergewöhnlich sein, mich konnte es aber einfach nicht für sich gewinnen. Vielleicht bin ich auch einfach mit völlig falschen Erwartungen an „Wild Cards“ herangegangen.

Nun aber genug dem Gejammere, denn es gibt durchaus ein paar positive Seiten, die mich immer wieder zum Weiterlesen gebracht haben. Da wären zum einen die markanten, außergewöhnlichen Charaktere mit ihren mehr als abgefahrenen Fähigkeiten. Da fand ich die Umsetzung wirklich super gelungen und es stellt sich mir die Frage, ob es nicht besser gewesen wäre, anstatt einer „zusammengewürfelten“ Handlung, die Autoren sich um einen Charakter kümmern zu lassen und ihre Geschichten separat in einer Sammlung zu erzählen. Davon hätte ich persönlich wohl mehr gehabt, wie das Flickennetz was „Wild Cards“ in meinen Augen leider geworden ist. Den Autoren spreche ich auf keinen Fall ihr Können ab, denn gerade in den Anfangsphasen bzw. Vorstellungsphasen der Charakter die ja auch später immer mal wieder auftauchen, haben sie alle ihre Stärken ausgespielt. Denn auch wenn George R.R. Martin auf dem Cover drauf steht, steckt von ihm eigentlich gar nicht so viel drin.

Ich habe nicht nur ewig gebraucht dieses Buch zu lesen, sondern es fällt mir auch jetzt noch schwer, mich für eine gerechtfertigte Wertung zu entscheiden. Zum einen habe ich mich durchaus unterhalten gefühlt, zum anderen war ich in vielerlei Hinsicht sehr enttäuscht. Wer auf einen klassischen „GRRM-Roman“ hofft, der wird wohl bitter enttäuscht sein, aber andererseits sind Superhelden auch einfach nur super cool.

bewertung

Noch nie ist es mir so schwer gefallen, mich für eine Punktzahl zu entscheiden. Vieles war enttäuschend, einiges wirklich gut.

Gute 2 Punkte

2 Kühe

Vielen Dank an Penhaligon für das Rezensionsexemplar!