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[Rezension] Totentrickser – Jan Oldenburg

totentrickser-084892802Titel: Totentrickser

Autor: Jan Oldenburg

Genre: Fantasy

Verlag: Piper; September 2013

Format: broschiert, 416 Seiten

Euro (D): 14.99 €

Inhalt

Ein Zwerg, ein Oger, ein Wichtel und eine Gnomin brechen auf, um das Versprechen zu halten, das sie ihrem Erzfeind in der Stunde seines Todes gegeben haben. Nicht nur, dass sie diesen Tod mehr oder weniger selbst zu verschulden haben, jetzt hängt ihnen auch noch die kleine Nachtelfen-Zicke Nenia am Hals, die nach dem Dahinscheiden ihres Vaters eine Waise ist und die die Helden zu einem ihrer Verwandten bringen sollen. Dieses Vorhaben führt die Gefährtentruppe zu den abstrusesten Orten und stellt sich alles andere als einfach heraus.

meinung

Wer schon mal ein Rollenspiel gespielt oder einen waschechten Fantasyroman voller Orks und Zwerge gelesen hat, der wird sich in diesem Buch sofort heimisch fühlen. Jan Oldenburg besiedelt mit seinen „komischen Fantasyromanen“ eine echte Nische, die bestimmt nichts für jedermanns Geschmack ist. Ich habe auch ein wenig gebraucht, um mit dem Buch warm zu werden, aber als das dann einmal passiert war, konnte ich es nicht mehr weglegen.

Das Wichtigste ist tatsächlich der Humor. An jeder Ecke werden Klischees und Stereotypen aus Fantasywelten auf die Schippe genommen und es kommt kein Satz ohne einen Witz aus. Das Ganze ist gespickt mit massenweise Anspielungen auf Rollenspiele und dergleichen, die man natürlich auch nur dann versteht, wenn man sich in diesem Metier heimisch fühlt. Falls das aber so ist, dann kommt man eigentlich keine Seite ohne nicht wenigstens ein kleines Schmunzeln aus und an einigen Stellen musste ich wirklich herzhaft lachen. Die Charaktere, die Welt und auch die Geschichte sind einfach nur total überzogen und halten dem teils eintönigen Fantasybrei dabei aber auch mal den Spiegel vor die Nase. Zugegeben, manchmal wurde es mir dann aber auch zu viel des Guten und ich hätte mir gewünscht, mal eine Seiten ohne  – teils flachen – Witz auszukommen.

Die Handlung ist im Prinzip total einfach gestrickt und beinhaltet auch nicht wirklich so etwas wie einen Spannungsbogen, obwohl es am Ende dann endlich mal etwas actionreicher zugeht und man auch etwas mehr über die Charaktere erfährt. Aber das Buch lebt nicht von einer übermäßig spannenden Geschichte, sondern vom Wortwitz und den abstrusen Begegnungen mit Nenias Verwandten. Apropos Charaktere, die sind natürlich auch den fantastischen Stereotypen nachempfunden, weisen aber teils völlig untypische Charakterzüge auf – ich sage nur der Oger! Leider erfährt man bis auf die Rückblenden im letzten Teil herzlich wenig über die Heldentruppe, da hätte ich mir noch etwas mehr Tiefgang gewünscht.

Wer vom Cover darauf schließt, dass es sich wohlmöglich um ein Buch für Kinder handelt, der hat weit gefehlt. Die Sprache ist derb und das Geschehen auch alles andere als gewaltfrei, aber vielleicht soll das nette bunte Cover auch genau auf diese Ironie hindeuten. Das Ende hat mich offen gesagt nicht zufrieden stellen können, denn das schreit förmlich nach einer Fortsetzung, wobei ich aber sagen muss, dass dem Autor mit der Auflösung der ganzen Sache eine nette Überraschung gelungen ist!

bewertung

Für Rollenspieler und Fantasyfans mit Humor ein netter Happen, der massenweise Klischees auf die Schippe nimmt und für herzhafte Lacher sorgt. Manchmal war es aber leider auch zu viel des Guten.

4 Punkte

4 Kühe

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