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[Abgebrochen] Love Letters to the Dead – Ava Dellaira

Abgebrochen

Das letzte abgebrochene Buch war im November, na gut, damit kann ich leben. Trotzdem ist es jedes Mal eine unangenehme Angelegenheit, in der WordPress Mediathek nach dem „Abgebrochen“ Banner zu suchen. Heute im Fokus der niemals beendeten Bücher: Love Letters to the Dead

Aber warum denn nur?

Einige werden jetzt bestimmt aufspringen und schreien „Hey, wie kann das sein!“ , denn ich habe schon seeehr seeehr viele begeisterte Stimmen über dieses Buch gelesen. Tja, hier bewahrheitet sich mal wieder, dass ich einfach nicht massentauglich bin, denn wie oft ist es mir schon passiert, das gehypte und super beliebte Bücher in der Community bei mir auf dem Stapel der ungeliebten Bücher fliegen.

Im Prinzip ist die Idee klasse, ja wirklich richtig toll. Das Mädel, dessen Name ich schon wieder vergessen habe (was wohl genug aussagt), verarbeitete ihre Erlebnisse und den Tod ihrer großen Schwester, in dem sie Briefe an längst verstorbene Persönlichkeiten wie Kurt Cobain oder Amy Winehouse schreibt. Das ganze Buch ist dementsprechend in Briefform gehalten und man, wie klasse fand ich das auf den ersten 30 Seiten und wie begeistert war ich von der Art und Weise, wie das umgesetzt wurde.

1421863680Aber dann fing das Mädchen ohne Namen an, sich zum – Entschuldigung – nervenaufreibenden Teenager-Balg zu entwickeln und all meine Hoffnung auf ein erwachsen wirkendes Jugendbuch war dahin. Mal ganz abgesehen davon, dass 95% der Briefe sich absolut gleichen und generell immer darauf hinauslaufen, dass ihre Freundinnen sich küssen und sie bloß nichts verraten darf, dass sie den super mysteriösen Sky seitenweise anhimmelt, dass es irgendwelchen Konflikt mit ihren Eltern gibt oder im schlimmsten Fall: dass sie weiter super geheime Andeutungen über den super geheimen Tod ihrer Schwester macht. Ich will damit niemandem auf die Füße treten, denn ich weiß, dass das Buch viele emotional mitgenommen hat, aber bei mir hat es das absolute Gegenteil bewirkt und ich habe es immer wieder entnervt in die Ecke gepfeffert.

Ich weiß, dass Ihr Euch jetzt fragen werdet, warum ich überhaupt Jugendbücher lese wenn ich was gegen nervige, klischeehafte Jugendliche habe, aber es ist eigentlich ganz einfach: massenhaft Leute in meinem Alter (Mitte 20) lesen begeistert Bücher, die eigentlich gar nicht mehr für ihre Altersklasse gedacht sind, identifizieren sich mit den Themen und feiern den jugendlichen Kitsch förmlich ab. Ich wollte immer verstehen, was diesen Hype ausmacht, ab und zu habe ich mal ein gutes Buch erwischt, aber ich glaube, hiermit sollte jetzt endlich Schluss sein, denn ich bin einfach nicht dafür gemacht und die Bücher müssen ja auch nicht zwangsweise schlecht sein, ich empfinde es eben nur so, weil mich das was die anderen vielleicht gut finden einfach nur nervt.

Gut, das war jetzt eine kleine Erklärungsschrift zum Thema Jugendbuch. Vielleicht hatte „Love Letters to the Dead“ einfach das Pech zur falschen Zeit in meinen Händen zu landen. Die Idee ist jedenfalls nicht übel und wenn ihr Jugendbücher mit romantischem Inhalt mögt, gebt dem Buch ruhig eine Chance.

Für mich steht fest: wenn überhaupt, kommen nur noch Jugendbücher mit Thriller – oder Fantasyelementen in meine Regale!

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[Rezension] Eine dunkle & grimmige Geschichte – Adam Gidwitz

dunle_grimmige

Titel: Eine dunkle & grimmige Geschichte

Autor: Adam Gidwitz

Genre: Fantasy

Format: Hardcover, 256 Seiten

Verlag: bloomoon; September 2011

Preis: 12.95€

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Inhalt

Was nun folgt, ist ein Märchen. Ein Märchen?, wirst du vielleicht denken. Märchen sind doch Kinderkram! Doch in diesem Märchen hüpfen keine kleinen Mädchen mit roten Kappen fröhlich durch den Wald. Was zwischen diesen Seiten auf sie lauert ist die wahre Geschichte von Hänsel und Gretel – ein Märchen voller dunkler Zauberer, gefährlicher Hexen und todbringender Drachen. Dieses Märchen ist vielleicht furchterregend, sicherlich blutig und definitiv nichts für Angsthasen; aber anders als alle anderen Märchen, die du kennst, ist dieses hier wahr.

meinung

(K)ein Buch für Kinder allen Alters

Die Märchen der Gebrüder Grimm sind uns allen ein Begriff und wenn nicht, dann bitte aufhören diese Rezension zu lesen und schleunigst diese gigantische Lücke füllen! Als Kinder lauschen wir gebannt unseren Vorlesern und als Erwachsene schwelgen wir gerne in Erinnerungen, wenn wir an die schönen, magischen Märchen der Grimms denken. Aber sind diese Märchen wirklich alle so schön und magisch wie wir es zu wissen glauben? Adam Gidwitz meint: Nein! und offenbart die dunkle und grimmige Seite der Grimmschen Erzählungen. Da fließt literweise Blut, es fliegen Körperteile durch die Gegend und der Autor fragt nicht umsonst mehrmals nach, ob auch wirklich alle kleinen Kinder schon im Bett sind. Klar, an einen Zombie-Splatter-Roman kommt es nicht ran, aber es geht doch schon ganz schön zur Sache.

Ein einziges großes Märchen

Adam Gidwitz webt einige bekannte und weniger bekannte Märchen der Gebrüder Grimm zu einer gigantischen Geschichte zusammen, in dem er die Geschwister Hänsel und Gretel als Hauptcharaktere hinstellt und sie allerhand grauenhafte Dinge erleben lässt. Das Ganze wird immer wieder mit sehr ironischen und herrlich schwarzhumorigen Kommentaren des Autors versehen, sodass man gar nicht mehr so recht glauben mag, dass die Märchen ursprünglich nichts miteinander zu tun haben und schon gar nicht Hänsel und Gretel die alleinigen Protagonisten sind. Mit einigen erzählerischen Kniffen verbindet er die Handlungen, baut sie hier und da noch ein bisschen aus und am Ende wird – wie es halt im Märchen so ist – trotzdem alles gut. Trotz der großartigen Bemühungen des Autors, fand ich die Geschichte allerdings manchmal etwas zu konstruiert und viel Spannung kommt auch nicht auf, was aber auch wohl daran liegen mag, dass man die Märchen größtenteils kennt.

Ade‘, heile Welt

Ich fand es klasse, wie der Autor all die Geschichten so geschickt miteinander verwoben hat, dass am Ende tatsächlich eine abgeschlossene Handlung dabei raus kommt, man sich aber trotzdem noch wie im Märchen fühlt. Er behält den typischen Erzählstil bei und würzt die Geschichte mit seinen bösartigen Kommentaren. Auch innerhalb der Erzählung kommt der schwarze Humor nicht zu kurz und, wie schon erwähnt, es geht auch alles andere als zimperlich zu. Ich könnte mir fast vorstellen, dass dieses Buch die ein oder andere heile Märchenwelt zerstören kann, aber man sollte auch schon nicht vergessen, dass das alles mit einem großen Augenzwinkern passiert.

bewertung

Mich hat dieses Buch auf sehr vielfältige Art und Weise positiv überrascht. Als Horrorfan ist es ja wohl sowieso so, dass mir die grauenhaftere Variante der gemütlichen Märchen eher liegt. 😉 Großartige Unterhaltung mit minimalistischen Schwachstellen und nicht unbedingt (nur) für (hartgesottene) Kinder!

Gute 4 Punkte

4 Kühe

[Neuzugang] Fangen wir erstmal klein an

Hallo meine lieben Leser,

hier kommt der erste Neuzugangs-Post im ersten Jahr, lange hat er ja nicht auf sich warten lassen! Und sind wir mal ehrlich, was gibt es Schöneres als Bücher zu kaufen? Aber im neuen Jahr wollen wir bescheiden anfangen, deshalb sind es nur drei Stück. 😀

1421784317 Das Dorf ~ Arno Strobel

Panik, Todesangst – das ist es, was Bastian Thanner in der Stimme seiner Freundin hört, als sie ihn völlig unerwartet anruft. Fast drei Monate ist es her, dass Bastian Anna zuletzt gesehen hat, als sie Hals über Kopf und ohne Erklärung einfach verschwunden ist. Jetzt braucht sie dringend seine Hilfe, sie bangt um ihr Leben. Bastian macht sich sofort auf die Suche nach Anna und gelangt in ein Dorf an der Müritz, das ihm von Anfang an unheimlich ist. Überall deuten Spuren auf Anna, doch niemand kann oder will ihm weiterhelfen. Bis zu dem Abend, als Bastian Zeuge einer schrecklichen Zusammenkunft wird. Und auf den Mann trifft, der genau weiß, was mit Anna geschehen ist …

Der Allesforscher ~ Heinrich Steinfest

Sixten Brauns vollkommen normales Managerleben implodiert, als in Taiwan ein Wal 1421784374explodiert, und Sixten von irgendeinem Teil des Wal-Innenlebens k.o. geschlagen wird. Kaum aus dem Krankenhaus entlassen, stürzt er mit dem nächstbesten Flugzeug ab – und überlebt abermals. Aber nicht ohne zwischendurch die große Liebe erlebt zu haben. Und so kommt er Jahre später – Sixten hat sich längst vom Manager zum Bademeister gewandelt – zu einem Kind, das auf gar keinen Fall sein eigenes sein kann, es dann aber doch plötzlich ist … Ein frisch verwaister Junge namens Simon. Ein Junge, der nicht spricht, außer in seiner eigenen, nur ihm selbst verständlichen Sprache. Ein Junge, der sich dann als ganz ungewöhnlich talentiert in ganz ungewöhnlichen Bereichen erweist: Er kann klettern wie eine Gemse und zeichnen wie Leonardo da Vinci. Auch liegt es an Simon, dass sich so manche Gerade in Sixtens Leben zum Kreis schließt …

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Love letters to the dead – Ava Dellaira

Es beginnt mit einem Brief. Laurel soll für ihren Englischunterricht an eine verstorbene Persönlichkeit schreiben. Sie wählt Kurt Cobain, den Lieblingssänger ihrer Schwester May, die ebenfalls viel zu früh starb. Aus dem ersten Brief wird eine lange Unterhaltung mit toten Berühmtheiten wie Janis Joplin, Amy Winehouse und Heath Ledger. Denn die Toten verstehen Laurel besser als die Lebenden. Laurel erzählt ihnen von der neuen Schule, ihren neuen Freunden und Sky, ihrer großen Liebe. Doch erst, als sie die Wahrheit über sich und ihre Schwester May offenbart, findet sie den Weg zurück ins Leben und kann einen letzten Brief an May schreiben …

[Rezension] The Diviners – Libba Bray

The-Diviners---Aller-Anfang-ist-bose-9783423760966_xxlTitel: The Diviners – Aller Anfang ist böse

Autorin: Libba Bray

Genre: Jugendbuch

Format: Hardcover, 704 Seiten

Verlag: dtv; Oktober 2014

Preis: 19.95 €

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Inhalt

New York, 1926: Wegen eines kleinen „Zwischenfalls“ wurde Evie O‘Neill aus ihrer langweiligen Kleinstadt ins aufregende New York verbannt. Dort genießt sie das wilde Partyleben, bis ein seltsamer Ritualmord die Stadt erschüttert – und Evie über ihren Onkel, den Direktor des Museums für Amerikanisches Volkstum, Aberglauben und Okkultes plötzlich mitten in den Mordermittlungen steckt. Schon bald weiß sie mehr als die Polizei. Denn Evie hat eine geheime Gabe, von der niemand wissen darf: Sie kann Gegenständen die intimsten Geheimnisse ihrer Besitzer entlocken. Doch sie hat keine Ahnung, mit welch entsetzlicher Bestie sie es zu tun bekommt.

meinung

Es gibt ja Bücher, die will man ohne Rücksicht auf Verluste haben, weil man einfach so begeistert von dem Cover ist. Bei „The Diviners“ habe ich das Cover gesehen und habe in aller Ruhe ignoriert, dass es eventuell ein 0815 Teenager-Mädchen-Dämonen Roman werden könnte. Ich habe also in die Wundertüte gegriffen und habe richtig fettes Glück gehabt, denn neben einem Cover das man gerne im Regal präsentiert, habe ich auch noch eine wirklich tolle und unterhaltsame Geschichte bekommen, Jackpot!

Aber genug vom Cover geschwärmt, Ihr seht ja selbst, dass es vor allem Liebhaber der 20er Jahre das Herz höher schlagen lassen dürfte. 😉 Die Story um Evie beginnt mit einem sehr stimmungsvollen Prolog, bei dem es mir erstaunlicher Weise trotz abgebrühter Horror-Erfahrung das erste Mal schaurig schön den Rücken hinunter gelaufen ist. Meine Neugierde war also schon ab den ersten paar Seiten geweckt und hat auch auf den restlichen Seiten nicht nachgelassen, was für so einen dicken Schmöker eine beachtliche Leistung ist. Wir haben es vom Prinzip her mit einer recht klischeehaften Geschichte zu tun, denn das Mädchen das seine übernatürlichen Fähigkeiten entdeckt und sich dem „Bösen“ stellen muss, das gab es schon oft, aber bei „The Diviners“ sind es die Kleinigkeiten, die dem Buch das gewisse Etwas verleihen.

Die „Diviners“, das sind Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten, aber davon bekommt man im Buch leider gar nicht so viel mit. Das war für mich auch der größte Kritikpunkt, denn gerade für einen ersten Band hätte ich mir doch gewünscht, dass man mehr über die Hintergründe dieser Leute erfährt, was sie können, was sie wollen und so weiter und so fort. Leider waren die Details sehr dünn und haben mich etwas enttäusch zurückgelassen. Der größte Pluspunkt hingegen ist definitiv die Atmosphäre, die im Buch herrscht. Als Leser wird man mit reihenweise tollen und authentischen Beschreibungen in das New York der 20er Jahre entführt und kann es förmlich vor sich sehen. Libba Bray (das erwähnt sie auch im Nachwort) hat in ihrem Buch nicht mit realen Begebenheiten und historischen Hintergründen gespart, was das Buch für mich persönlich nochmal eine ganze Ecke authentischer und auch spannender macht. Die Bedrohung, die vom „Bösen“ ausgeht, wird dadurch selbst im Nachhinein nochmal eine Ecke gruseliger, wie sie so schon ist. Denn das muss ich Libba Bray echt lassen, als eingefleischter Horror-Leser habe ich mich an einigen Stellen schön gegruselt und das zeigt nur einmal mehr, wie toll die Atmosphäre in diesem Buch ist.

Die Geschichte hat einen recht steilen Spannungsbogen, auch wenn man doch erstmal ein wenig Zeit braucht, um sich an alles zu gewöhnen, vor allem an Evie. Wenn die Protagonisten dann aber dem „Bösen“ auf die Spur kommen, dann nimmt das Buch nochmal richtig Fahrt auf und ich konnte es spätestens ab da gar nicht mehr aus der Hand legen. Wie gesagt, Evie ist anfangs ein recht gewöhnungsbedürftiger Charakter. Sie „leidet“ ziemlich unter ihrer sturköpfigen und teils zickigen Ader, aber andererseits fand ich gerade ihr egozentrisches Auftreten sehr cool gemacht, man könnte es also fast als eine Art Hassliebe bezeichnen! Was die anderen Charaktere angeht, so verdienen sie den Zusatz „Neben“ definitiv, denn sie bleiben allesamt dermaßen blass und hintergrundlos, dass es schon fast ärgerlich ist. Die eingestreuten Kapitel um Memphis scheinen in überhaupt keinem Zusammenhang zur Hauptstory zu stehen und ich begreife bis heute nicht, weshalb so viele Seiten mit ihm gefüllt worden sind, wo er doch nur ein einziges Mal in das Geschehen wirklich „hineinstolpert“. Auch die anderen Charaktere bleiben merkwürdig blass, obwohl sie allesamt würdig wären, dass wir als Leser mehr über sie erfahren. Ein wenig Hoffnung habe ich ja, da es sich hier um einen ersten Band handelt, also vielleicht klärt sich das ja alles noch auf, angenehm fand ich es trotzdem nicht.

bewertung

„The Diviners“ wartet durchaus mit einigen Schwächen auf. Da sind zum Beispiel die blassen Nebencharaktere oder die ein oder andere zähe Stelle, die einem merkwürdig in die Länge gezogen vorkommt. Ich habe das aber alles großzügig hingenommen, weil ich so dermaßen vom Flair und der ständig erzeugten Neugier angetan war, dass es mich gar nicht weiter gestört hat. Deshalb vergebe ich auch ruhigen Gewissens vier Punkte – und für das Cover sowieso.

Gute 4 Punkte

4 Kühe

 

[Rezension] Rock War #1 – Robert Muchamore

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Titel: Rock War #1 – Unter Storm

Autor: Robert Muchamore

Reihe: Rock War #1

Genre: Jugendbuch

Format: broschiert, 380 Seiten

Verlag: cbt; September 2014

Preis: 12.99 €

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InhaltJay spielt Gitarre und schreibt Songs – doch seine Großfamilie und ein miserabler Drummer verhindern seinen größten Traum: Rockstar zu werden. Summer hat für kaum etwas anderes Zeit, als ihre schwerkranke Großmutter zu pflegen. Doch Summers Stimme ist dazu gemacht, Millionen zu begeistern – wenn ihr Lampenfieber es zulässt. Dylan liebt nichts mehr als das Nichtstun. Erst als der Rugby-Coach seiner Schule droht, ihn auf dem Rasen zu atomisieren, tritt Dylan widerstrebend einer Band bei – und entdeckt sein Talent. Alle drei stehen kurz vor dem größten Wettkampf ihres Lebens. Und sie spielen um alles.

meinungEigentlich bin ich ja aus der „Zielgruppe“ schon längst entwachsen, aber ab und zu lese ich halt doch gerne mal ein Jugendbuch. Leider hat das aber in letzter Zeit schwer nachgelassen, denn die ewig gleichen Geschichten und austauschbaren Charaktere gingen mir nur noch auf die Nerven anstatt mich zu unterhalten. Daher hat es mich sehr gefreut, dass mit dem ersten Band der Rock War Reihe mal eine ganz andere Idee aufgegriffen wird.

Zum Inhalt will ich mich nicht mehr groß äußern, denn man verrät auch schon zu viel, wenn man etwas näher darauf eingeht. Robert Muchamore legt in seinem Buch den Hauptaugenmerk auf drei Jugendliche, die eine ganz besondere Beziehung zur Musik haben. Dabei sind sie entweder schon voll in ihrem Element oder müssen diese Verbindung erst entdecken. Die Drei könnten unterschiedlicher nicht sein, egal ob vom Charakter her oder aus welchen Verhältnissen sie stammen, nur der Wunsch nach der großen Karriere auf der Bühne verbindet sie. Dementsprechend wird die Geschichte auch aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, was ich eigentlich ganz schön fand, denn so bekommt man nicht nur einen Einblick in diese drei so verschiedenen Leben, sondern so wird auch stetig die Spannung auf einem gewissen Niveau gehalten. Leider ist es so, dass diese drei Handlungsstränge manchmal sehr zusammenhangslos wirken und am Ende gar nicht wirklich zusammengeführt werden. Hieran merkt man sehr deutlich, dass es sich um den ersten Band einer Reihe handelt, in dem der Grundstein für weitere Bände gelegt wird.

Die drei Jugendlichen wirkten auf mich manchmal ein wenig unreif bzw. unglaubwürdig in Hinblick auf gewisse Situationen. Besonders Jay empfand ich oft viel zu „reif“ für sein Alter, wohingegen er dann in anderen Situationen wieder wie ein kleines Kind wirkte. Die Ausbalancierung ist meiner Meinung nach nur mittelmäßig gelungen, aber ich mache mir Hoffnungen, dass das in den Folgebänden verbessert wird. An und für sich sind die Drei aber definitiv sehr sympathische Zeitgenossen, denn sie alle plagen sich mit unterschiedlichsten aber doch auch irgendwie vertrauten Problemen herum, wenn auch das ein oder andere sehr tief aus der Klischeekiste stammt. Ihre Sprache und Verhaltensweisen sind ebenfalls manchmal etwas zu grob, wenn man die Zielgruppe dieses Buches bedenkt, andererseits würde es aber zu dem „Rock Milieu“ passen. Da muss jeder selber entscheiden, ob er einem 14-jährigen diverse Flüche und schmutzige Gedanken abnimmt.

Was mir aber sehr gefallen hat, ist die Idee mit dem Bandwettbewerb und generell der Ansiedlung im Bereich Musik. Ansonsten bekommt man es ja oft mit Übernatürlichem zu tun oder den ewig gleichen Lovestories, aber das ist in diesem Buch ganz und gar nicht der Fall. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass man hiermit auch Jungen recht gut zum Lesen motivieren könnte, denn Romantik und Kitsch bleiben außen vor, dafür gibt es jede Menge coole Typen und coole Musik. Mir persönlich hat das richtig gut gefallen, auch wenn die Ausarbeitung der Charaktere und die teils zusammenhangslose Umsetzung den Lesespaß ein bisschen geschmälert haben.

bewertungVor allem die Idee hat mir super gefallen, endlich mal etwas Abwechslung! Die Charaktere sind noch ausbaufähig und man merkt deutlich, dass es ein Reihenauftakt ist, einiges ist leider nur durchwachsen statt gut. Trotzdem werde ich weiter an der Reihe dranbleiben!

Gute 3 Punkte

3 kühe