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[Rezension] Rattenfänger – Paul Finch

51IXoG4CdoL._SY344_BO1,204,203,200_Titel: Rattenfänger

Reihe: Mark Heckenburg #2

Autor: Paul Finch

Genre: Thriller

Format: Taschenbuch, 480 Seiten

Verlag: Piper; Oktober 2014

Preis: 9.99 €

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Inhalt

Unschuldige Menschen sterben. Zwischen den Morden vergehen Tage, Monate. Wo zunächst kein Zusammenhang scheint, erkennt Detective Mark Heckenburg vom Dezernat für Serienverbrechen ein grausames Muster. Die Zeit läuft, denn der Killer handelt nach Plan. Und nichts wird ihn davon abhalten, diesen Plan in die Tat umzusetzen.

meinungDer zweite Teil der Mark Heckenburg Reihe beginnt mit einer ziemlich unschönen Entdeckung zur Weihnachtszeit. Der Weihnachtsmann, eingemauert in einem Kamin? Das kann nur ein dreister Mörder gewesen sein, der den Polizisten den Weihnachtstag verderben will, keiner glaubt an eine Serie, aber als weitere Morde an herausragenden Feiertagen geschehen – und diese nicht gerade etwas für schwache Nerven sind – wird Mark Heckenburg vom Dezernat für Serienverbrechen eingeschaltet, die Ermittlungen beginnen.

An dieser Stelle möchte ich mit meiner knappen Inhaltsbeschreibung aufhören, der ausführliche Klappentext verrät da noch ein paar mehr Details und dummer Weise sogar ein sehr entscheidendes Detail, das erst im allerletzten Drittel des Buches zum Tragen kommt, was mich ein bisschen verärgert hat, aber gut, das tut dem Buch ja keinen Abbruch. Ich habe zwar den ersten Teil der Reihe (noch) nicht gelesen, aber nur Gutes darüber gehört und auch der zweite Teil scheint in solide, gute Thriller-Fußstapfen zu treten.

Es dauert nicht sehr lange, bis man in die Geschichte eingetaucht ist und unbedingt erfahren will, wie es weitergeht – für mich immer ein Zeichen, dass es ein handwerklich guter Thriller ist. Der Spannungsbogen marschiert im Eiltempo nach oben und bleibt freundlicher Weise dann auch dort und das bis zur letzten Seite. So blättert man Seite um Seite in einem Mordstempo weg und wird am Schluss von einer Auflösung erwartet, die jetzt nicht sonderlich spektakulär ist, aber halt einfach gute Unterhaltung bietet. Und das trifft auch auf das ganze Buch zu. Die Geschichte macht Spaß, lässt sich gut lesen, bietet aber nichts was ich in einem Thriller nicht schon mal gelesen hätte. Wo andere Thriller nur so mit kniffligen Wendungen um sich hauen, tauchen im „Rattenfänger“ nur ganz wenige auf, das kann man mögen, es kann einem aber auch eine Brise zu wenig Spannung sein.

Über Mark Heckenburg als Protagonisten bekommt man so gut wie gar nichts berichtet. Hier und da eine kurze Erwähnung über irgendetwas scheinbar Wichtiges in seiner Vergangenheit, aber das war’s dann auch schon. Es ist nicht sehr leicht, sich ein Bild von seinem Charakter zu machen, er bleibt erschreckend blass. Jetzt scheint es mir aber auch so, dass man den ersten Teil überhaupt nicht gelesen haben muss, um in den zweiten einsteigen zu können, also kann es da nicht viel anders gewesen sein. Darüber kann ich mir dank fehlender Lektüre natürlich kein Urteil erlauben, aber ich hätte mir trotzdem einfach einen ausgefeilteren Protagonisten gewünscht, den ich verstehen und greifen kann. Nebencharaktere gibt es bis auf Claire so gut wie gar nicht und wenn, dann treten sie nur kurz in Erscheinung oder fallen gänzlich unter den Tisch. Claire bleibt aber leider genau so blass wie Heckenburg und reiht sich damit letztendlich auch in die Schar von wenig aussagekräftigen Nebendarstellern ein.

bewertungAuch wenn die Charaktere etwas mau wirken und die Story für meinen Geschmack durch die ein oder andere unvorhersehbare Wendung noch besser geworden wäre, ist „Rattenfänger“ ein handwerklich sehr guter und spannender Thriller, den ich allen Fans des Genres absolut ans Herz legen kann. Ob man nun mit „Mädchenfänger“ (dem ersten Teil der Reihe) einsteigt, oder dank dem „Rattenfänger“ Blut geleckt hat und ihn danach lesen möchte, das ist egal, scheint sich aber alle Mal zu lohnen.

4 Punkte

4 Kühe