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[Rezension] Himmelfahrt – Richard Dübell

9783548284873_coverTitel: Himmelfahrt

Autor: Richard Dübell

Reihe: Peter Bernward #2

Genre: Krimi

Verlag: Ullstein; Juli 2014

Format: Taschenbuch, 384 Seiten

Preis: 9.99 €

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Inhalt

Kruzifix! Hauptkommissar Peter Bernward hat schlechte Laune: Ganz Landshut steht unter Wasser, und die Polizei ist im Dauereinsatz. Noch schlimmer ist aber, dass seine attraktive Kollegin Flora ihn mal wieder abserviert hat. Als dann auch noch die Leiche eines bekannten Bauunternehmers auftaucht, ist die Stimmung auf ihrem Tiefpunkt. Der Polizeichef greift durch und übergibt Flora den Fall. Aber das lässt ein Peter Bernward natürlich nicht auf sich sitzen. Er ermittelt auf eigene Faust und stößt auf einen alten Skandal, den so mancher Landshuter lieber vergessen hätte.

meinung

Landshut steht unter Wasser und das nicht zu knapp! Als wäre das nicht schon genug, muss sich Peter Bernward auch noch mit dem Mord an einem stadtbekannten Baulöwen herumschlagen und privat läuft es auch nicht sonderlich besser. Die Ausgangslage für Bernwards zweiten Fall ist also alles andere als heiter Sonnenschein. Ich denke es ist wichtig zu erwähnen, dass es schon einen Vorgänger gibt, denn es gibt einige Anspielungen und Handlungszusammenhänge die man mit Kenntnis des ersten Falles auf alle Fälle besser versteht. Mir hat diese Kenntnis jetzt gefehlt, aber insgesamt tut es dem aktuellen Fall keinen großen Abbruch, es geht mehr oder weniger um das Private wo man dann doch besser mitkommt.

Jedenfalls steht Kommissar Bernward das Wasser bis zum Hals und das kann man durchaus wörtlich nehmen. Die Rahmenbedingungen für den undurchsichtigen Mordfall bildet nämlich eine ziemlich heftige Flutkatastrophe, die sich rundherum um Landshut aufbaut und das schöne Städtchen selber schon harsch in der Zange hat. Am Anfang habe ich mir gedacht, dass es sicherlich nur ein nettes Detail ist das zur Atmosphäre beiträgt, aber die Flut spielt tatsächlich im ganzen Buch irgendwie eine mehr oder weniger bedeutende Rolle und das hat mir letztendlich sogar noch besser gefallen. Die Eigenheiten und alles was die Stadt Landshut ausmacht kommen sehr schön zur Geltung und man muss auch kein Einwohner sein um sich mit dem Lokalkolorit anfreunden zu können und unterhalten zu fühlen. Für mich als kleiner heimlicher Fan des bayerischen Bundeslandes ist die Ansiedlung in Landshut natürlich noch mal ein kleiner Pluspunkt.

Aber um was geht es eigentlich, wenn nicht gerade das Wasser bis zum Hals steht? Alles deutet eigentlich auf einen recht durchschnittlichen Mordfall hin, so durchschnittlich wie ein Mord eben ist. Allerdings stellt sich dank Bernwards Ermittlungsarbeit – die er mehr oder weniger gereizt alleine oder mit seiner Verflossenen erledigt – sehr schnell heraus, dass hinter diesem kleinen Mord eine viel größere Sache steckt, die auch noch auf etwas zurückgeht das in der Vergangenheit in Landshut für Wirbel gesorgt haben muss. Richard Dübell hat mit seinem zweiten Bernward Fall einen fast schon klassischen, gut durchdachten „Whodunit“ Roman erschaffen, wo man als Leser ständig auf der Suche nach dem Täter ist und man vom Autor aber auch gekonnt hinters Licht und um falsche Ecken geführt wird. Gegen Ende wird das Ganze dann doch schon etwas klarer, aber der Showdown verliert keineswegs an Spannung. Überhaupt ist Spannung ein großes Thema im gesamten Buch. Der Bogen geht kontinuierlich nach oben und es gab nicht eine Seite, die ich irgendwie als Lückenfüller oder Knick im Spannungsbogen empfunden haben.

Peter Bernward als der maßgebenede Protagonist ist ein sehr angenehmer Zeitgenosse, der dank seiner Art ein bisschen wie der Nachbar von nebenan wirkt und mit dem man sich dadurch recht gut identifizieren kann. Gut, sein Privatleben ist vielleicht nicht gerade das, was der Nachbar nebenan führt, aber das macht ihn nur noch mehr sympathisch und die ganzen skurrilen Geschichten lockern den ganzen Krimi immer mal wieder humorvoll auf. Da ist zum einen sein schrulliger Vater Daniel und dann ist da natürlich Flora, die mal seine Partnerin war und das nicht nur im beruflichen Sinne. Dieses ganze Chaos zieht sich durch’s gesamte Buch und hier merkt man deutlich, ob man den ersten Band gelesen hat oder nicht, denn die Entwicklungen und Verstrickungen des (ehemaligen) Paares kommen dann mehr oder weniger spannend rüber. Aber insgesamt wirken alle Charaktere sehr stimmig und glaubwürdig, sie erfüllen auch das ein oder andere Krimiklischee, aber darüber konnte ich sehr leicht hinweg schauen denn es stimmt einfach das Gesamtbild.

Der Krimi ist wirklich solide und bietet gut gemachte Unterhaltung, sodass man auch gerne miträtselt und immer wieder wissen will wie es weitergeht. Die ganz großen Überraschungen konnte er aber nicht bieten.

bewertungEin spannender, handwerklich guter Krimi mit viel lokalem, bayerischen Charme und liebenswürdigen Charakteren. Die Geschichte an sich wirkt ein wenig austauschbar, aber dennoch fühlt man sich sehr gut unterhalten.

Gute 4 Punkte

4 Kühe

Vielen Dank an den Ullstein Verlag und Blogg Dein Buch für das Rezensionsexemplar!

 

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