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[Rezension] Das Verstummen der Krähe – Sabine Kornbichler

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Titel: Das Verstummen der Krähe

Autorin: Sabine Kornbichler

Genre: Krimi

Verlag: Piper, August 2013

Format: broschiert, 432 Seiten

Preis (D): 12,99 €

Inhalt

Kristina Mahlos Auftrag als Nachlassverwalterin hat es in sich. Eine Verstorbene vererbt ihr beträchtliches Vermögen ihren fünf besten Freunden, jedoch unter der Bedingung, dass es gelingt, den Mord aufzuklären, für den ihr Mann einst verurteilt worden war. Kris will den Fall ablehnen, doch dann entdeckt sie in der Wohnung der Toten einen Hinweis auf ihren eigenen Bruder Ben, der vor Jahren spurlos verschwand.

meinung

Kriminalromane in denen mein Gehirn dazu angeregt wird, fleißig mitzudenken um am Ende vielleicht selber auf die Lösung zu kommen, habe ich besonders gern. Und wenn ich dann trotzdem mit einem Ergebnis überrascht werde, das ich nicht erwartet hätte, dann gefällt mir das um so besser. In dieser Hinsicht verdient das Buch allein damit schon mal fünf Sterne, leider hat es für meinen Geschmack auch einige kleine Schwächen, die das Gesamturteil ein wenig abschwächen.

Erstaunlich ist an der gesamten Geschichte, dass sie ohne abstoßende Gräueltaten und massives Blutvergießen auskommt, sondern auf klassisches „Whodunit“ setzt und den Leser Stück für Stück an die Wahrheit heranführt, während man durch geschickt eingebaute Wendungen immer wieder zum Selberdenken angeregt wird. Die Handlung entwickelt sich sehr sehr langsam, da hätte ich mir manchmal etwas mehr Tempo gewünscht, vor allem am Anfang, denn gegen Ende nimmt das Ganze doch etwas Fahrt auf. Aber so setzen sich eben die ganzen, teils sehr überraschenden, Puzzleteile zu einem großen Bild zusammen. Die Anpreisung auf dem Cover als „Psychothriller“ ist aber offen gesagt ziemlich übertrieben, denn es passieren zwar ein paar spannende Dinge, aber das Hauptaugenmerk liegt definitiv auf dem Ermitteln und dem Nachdenken.

Kristina Mahlo als Protagonistin war mir grundsätzlich sympathisch, wenn ich sie auch manchmal etwas naiv fand oder sie mir mit einigen Dingen auf den Wecker gegangen ist. Aber sie ist eine sehr starke und auch charismatische weibliche Protagonistin, was man von manch einer ihrer Genre-Kolleginnen nicht wirklich behaupten kann. Außerdem wirkt sie in ihrem ganzen Wesen sehr realistisch und handelt nachvollziehbar. Die ganzen Nebencharaktere, die unerlässlich an der Nachlass-Sache beteiligt sind, können aber zum Teil ganz schön überfordernd sein. Vor allem am Anfang, wenn die ersten Gespräche mit den potentiellen Erben beginnen und man sich die ganzen Verbindungen und Vernetzungen wirklich bis zum bitteren Ende merken sollte, um am Ball zu bleiben. Das war nicht immer einfach und wurde mir ehrlich gesagt manchmal auch ein bisschen zu viel, schließlich will ich beim Lesen eines Romans auch mal abschalten und nicht ständig mein Gehirn auf Hochtouren halten müssen.

Insgesamt hat mich „Das Verstummen der Krähe“ aber doch positiv überrascht, nachdem ich von anderen Meinungen und dem Klappentext her fast einen seichten Frauen-Kriminalroman erwartet hatte. Aber das Buch hat sehr viel Positives und Spannendes, das das Herz eines Krimifans wirklich höher schlagen lässt!

bewertung

Ein klassischer „Whodunit“ Roman, der fast vollständig ohne Blut auskommt und den Leser auf sehr spannende und unterhaltsame Weise zum Mitdenken anregt. Die vielen Figuren sind zum Teil etwas überfordernd und für meinen Geschmack hätte es manches Mal auch ein bisschen flotter zugehen können.

4 Punkte

4 Kühe

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